Probiotika - Kompendium

Probiotika Kompendium
1. Einleitung
2. Allgemeines zum Darm
Nochmal kurz zusammengefasst:
3. Was sind Probiotika?
4. Was sind Präbiotika?
5. Was sind Synbiotika?
6. Was ist in den Dailybacs enthalten?
7. Einnahmeformen von Probiotika 8. Einnahme von Probiotika 9. Probiotische Lebensmittel
10. Nebenwirkungen
11. Schluss

 

 

1. Einleitung

Der Darm ist das Triebwerk unserer Gesundheit und seine Funktionen gehen weit über die Nahrungsverdauung hinaus. Läuft es dort also nicht so ganz rund, verliert unser gesamter Körper an Kraft und das beeinflusst die Prozesse von Kopf bis Fuß, von der physischen bis hin zur psychischen Ebene. Aufgrund unseres modernen Lebensstils, können wir uns vor industriell gefertigten Lebensmitteln und toxischen Umwelteinflüssen nur bedingt schützen. Denn all diese Einflüsse, wirken sich direkt auf unseren Darm aus und dies zieht unseren allgemeinen Gesundheitszustand gleichermaßen in Mitleidenschaft. Dies kann sich auf direktem Wege als klassische Verdauungsprobleme wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Verstopfungen äußern, aber genauso durch schlechte Haut, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme. Das Darmmikrobiom, die Zusammensetzung der “guten” und “schlechten” Bakterien die sich an der Darmwand ansiedeln, spielen dabei eine wichtige Rolle. Es kann als die Zentrale unseres Immunsystems betrachtet werden und schützt uns vor vielen Erkrankungen. Eine gesunde Darmflora schützt die Darmschleimhäute, trägt zur verbesserten Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen bei und ist verantwortlich für die Produktion essentieller Substanzen, die wir nicht durch unsere Nahrung aufnehmen können. Doch so viele Funktionen unsere Darmflora auch hat, ist sie bedauerlicherweise auch in hohem Maße anfällig. Denn sie funktioniert nur durch ein reibungsloses Zusammenspiel der unterschiedlichen Organismen und nur in der perfekten Symbiose mit dem Wirt - unserem Körper. Die Darmflora gerät durch unterschiedliche Einflüsse schnell in ein Ungleichgewicht, eine Dysbiose. Dem können wir jedoch mit den richtigen Gewohnheiten und Hilfsmitteln entgegenwirken. Probiotika können diese Aufgabe hervorragend übernehmen, denn sie tragen effektiv dazu bei, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen und sie mit der regelmäßigen Einnahme schlussendlich in diesem Gleichgewicht zu halten. Dabei ist es enorm wichtig, genau auf die Qualität der Probiotika zu achten, sie richtig einzunehmen und sich unterstützend gesund zu ernähren. Mehr zu den Themen Darm, Darmflora und die entscheidende Rolle von Probiotika, erfährst du hier.

2. Allgemeines zum Darm

2.1 Aufbau des Darms

Der Darm ist mit einer Länge von 6-8 m und einer Oberfläche von ca. 35 m2 unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt - das ist ein vielfaches unserer Hautoberfläche. An der Darmschleimhaut findet sowohl die Nährstoffaufnahme als auch der Schutz vor schädlichen Substanzen statt. Deswegen ist es von bedeutender Wichtigkeit, dass wir ganz besonders auf diese entscheidende Schnittstelle zur Außenwelt achten. Dafür sollten wir ungesunde Lebensmittel, bestimmte Bakterien oder sogar Stress vermeiden. Beinah alles was wir konsumieren, landet zu einem mehr oder weniger großen Anteil in unserem Darm - das was wir essen, die Moleküle die wir einatmen und somit auch potentielle Giftstoffe, die sich in unserer Nahrung, in der Luft und im Wasser verbergen, all das kann unserem Darm erheblichen Schaden zufügen. Dies kann die Darmschleimhaut maßgeblich beschädigen, sodass Substanzen, die nicht in den Körper gehören, in den Blutkreislauf gelangen können und verschiedene Reaktionen begünstigen, darunter Entzündungen, Allergien, Reizdarmsyndrom, Migräne, Müdigkeit und sogar Depression.

Der Darm beinhaltet viele unterschiedliche Abschnitte, die unterschiedliche Funktionen haben. Er ist primär dafür zuständig, den Nahrungsbrei in seine Bestandteile zu zerlegen, lebenswichtige Nährstoffe zu absorbieren und in den Blutkreislauf zu transferieren. Der Darm ist ein Muskelschlauch, der vom Magen bis zum After reicht; bestehend aus dem Dünndarm und dem Dickdarm. Diese zwei Komponenten lassen sich wiederum in verschiedene Teile gliedern, welche wir dir hier kurz in Form einer Reise durch deinen Darm genauer erläutern.

Hast du Nahrung zu dir genommen, wandert sie nach dem Mund über deine Speiseröhre in den Magen, wo sie in einen Nahrungsbrei umgewandelt und vorverdaut wird. An den Magenausgang schließt sich der Dünndarm an. Dieser besteht aus folgenden drei Teilen:

Zwölffingerdarm - Duodenum: Der Zwölffingerdarm ist ein muskuläres Hohlorgan und schließt direkt an den Magenausgang an. Es handelt sich dabei also um den ersten Abschnitt des Dünndarms. Das Duodenum hat drei Hauptaufgaben: zum einen die kurzzeitige Speicherung des Nahrungsbreis, der schubweise vom Magen angeliefert wird. Anschließend folgt die enzymatische Spaltung und Resorption der Nahrung. Kommt der Nahrungsbrei im Zwölffingerdarm an, werden verschiedene Hormone aktiviert, welche wiederum die Freisetzung diverser Enzyme und Sekrete aus der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse auslösen. Die letztendliche Resorption, also Aufnahme der Nährstoffe, findet im Epithel (der Zellschicht, die den Dünndarm von innen auskleidet) statt. Täglich können mehrere Liter Wasser und Nahrungsbrei problemlos vom Körper aufgenommen werden. Bei starken oder großflächigen Schäden des Epithels - zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen - kann es dazu kommen, dass die Resorptionsfläche so stark verringert wird, dass Wasser schlechter aufgenommen werden kann und es somit zu wässrigem Durchfall kommt.

Leerdarm - Jejunum: Genau wie der Zwölffingerdarm handelt es sich auch beim Leerdarm um ein Hohlorgan, welches zum Dünndarm gehört. Dieser Teil des Darms hat ebenfalls die Aufgabe den Nahrungsbrei aufzuspalten und zu resorbieren. Zusätzlich wird der Chymus - also der schleimige Nahrungsbrei, der durch Speichel und Verdauungssekrete entsteht - durch den Dünndarm transportiert und die Nährstoffe werden gespeichert. Wenn der Speisebrei aus dem Zwölffingerdarm im Jejunum ankommt, ist er noch recht flüssig - aber das ändert sich hier. Im Leerdarm wird der Chymus durch Wasserrückresorption eingedickt.

Krummdarm - Ileum: Hat der Nahrungsbrei Zwölffingerdarm und Leerdarm durchwandert, kommt er im letzten der drei Dünndarmabschnitte an - dem Krummdarm. Dieser hat die Aufgabe verschiedene Nährstoffe, Elektrolyte, Vitamine und Spurenelemente aufzunehmen bzw. zu segregieren. Außerdem ist er für die systemische, ganzheitliche und lokale Immunabwehr verantwortlich. In diesem Teil des Dünndarms erfolgt die überwiegende Aufnahme von Vitamin B12. Wusstest du, dass über 90% der Gallensäure im Ileum resorbiert werden?

Der Nahrungsbrei hat jetzt also seine Reise durch den Dünndarm hinter sich gebracht und landet nun im Dickdarm. Die Mündung von Dünn- und Dickdarm liegt im rechten Unterbauch. Der Dickdarm besteht ebenfalls aus mehreren Abschnitten:

Blinddarm - Caecum: Auch der Blinddarm zählt zur Gattung der Hohlorgane. Außerdem hat er einen lymphatischen Anteil und ist gleichermaßen Teil des Magen-Darm-Traktes. Es handelt sich dabei um den blind beginnenden Anfang des Kolons - daher kommt übrigens die deutsche Bezeichnung “Blinddarm”. Zum Kolon erfährst du gleich mehr. Das Caecum ist ein ca. 5-7 cm langer Blindsack, welcher unterhalb der Einmündungsstelle des Krummdarms in das Kolon liegt. Hier befindet sich übrigens auch ein Reservoir für lymphatische Zellen, die für die Aktivitäten des darmassoziierten Immunsystems zuständig sind. Außerdem sind hier vermehrt Bakterien angesiedelt, die den Körper dabei unterstützen gerade faserreiche, pflanzliche Bestandteile - Cellulose - zu zersetzen.

Grimmdarm - Kolon: Die Hauptaufgabe des Kolons ist es, Wasser zu resorbieren und dafür zu sorgen, dass der Nahrungsbrei von physiologischen Darmbakterien besiedelt wird. Die im Grimmdarm vorkommenden Bakterien zersetzen den Teil des Nahrungsbreis, der nicht verdaut werden kann. Die Bakterien können die für uns sonst unverdaulichen Nahrungsbestandteile verstoffwechseln und produzieren daraus für uns lebensnotwendige Stoffe wie Vitamine und Botenstoffe. Die Bakterien in unserem Darm produzieren mehr als 20 unterschiedliche Hormone, darunter z.B. das „Glückshormon“ Serotonin und das „Schlafhormon“ Melatonin. Außerdem können nur diese Bakterien Vitamin K produzieren. Dieses Vitamin ist für die Blutgerinnung von großer Bedeutung. Desweiteren findet hier die Resorption von Elektrolyten statt - das aber nur in sehr geringem Maße.

Mastdarm - Rektum: Jetzt ist der Nahrungsbrei im letzten Teil des Dickdarms angekommen - dem Mastdarm. Dieser Teil des Darms verbindet das Kolon mit dem Analkanal. Das Rektum ist ca. 12-16 cm lang. Genau wie im Kolon auch, werden hier Elektrolyte wie Kalium, Natrium und Chlorid resorbiert und bis jetzt übrig gebliebene, unverdauliche Nahrungsbestandteile durch anaerobe Bakterien zersetzt. Hier wird der Nahrungsbrei weiter eingedickt. Hier entsteht übrigens auch das drückende Gefühl, wenn du dein großes Geschäft erledigen musst. Denn im Rektum befinden sich sogenannte Dehnungsrezeptoren, die dir signalisieren, dass du auf die Toilette musst!

https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/das-rectum
https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/das-colon
https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/caecum-blinddarm
https://www.kenhub.com/de/search
https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/das-jejunum
https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/das-duodenum

Nochmal kurz zusammengefasst
Im Dünndarm werden mit Hilfe von Enzymen die Biomoleküle Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in ihre einzelnen Bausteine zerlegt, sprich in Zucker, Aminosäuren und Fettsäuren. Die Enzyme werden in erster Linie von den Speicheldrüsen im Mund und Magen und von der Bauchspeicheldrüse produziert und als Verdauungssäfte geliefert. Speichel, Darmsekret und Gallenflüssigkeit erleichtern die Aufspaltung. Magen und Darm produzieren Schleim, der die Schleimhäute vor den Enzymen und der Magensäure schützt. Durch die Kombination von Verdauungssäften, Schleim und Wasser, wird der Nahrungsbrei im Dünndarm extrem dünnflüssig. Die Oberfläche des Dünndarms resorbiert vor allem Vitamine und Salze, welche in den Blutkreislauf aufgenommen werden und so alle Organe des Körpers erreichen. Die Wand des Darms resorbiert nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern sie produziert wichtige Hormone, welche die Gallensaft- und Bauchspeicheldrüsensaft-Herstellung fördert. So wird dem Darminhalt noch mehr Wasser hinzugefügt. Diese Hormone sind ebenfalls verantwortlich dafür, dem Gehirn das Sättigungsgefühl zu übermitteln. Übriggebliebene toxische Substanzen wandern vom Dünndarm in die “Entgiftungszentrale”, nämlich die Leber, wo sie schließlich abgebaut werden.

Der flüssige Nahrungsbrei wird durch Peristaltik (Darmbewegungen) in den ca. 1.5 Meter langen Dickdarm geleitet. Dieser bildet sozusagen einen Rahmen um den Dünndarm. Hier wird der Speisebrei eingedickt, in dem ihm die restliche Flüssigkeit, Mineralien (Elektrolyte) und Salze entzogen werden. Ungefähr 80-90% des Wassers und der Elektrolyte werden hier rückresorbiert.

Hauptsächlich im Dickdarm angesiedelt, sorgen viele Billionen Mikroorganismen für die Aufnahme von wichtigen Nähr- und Vitalstoffe. Wusstest du, dass 80% der allgemeinen Immunzellen im Darm lokalisiert sind? Beeindruckend oder? Der Zustand der Darmflora hat starken Einfluss auf das Immunsystem und ist sehr wichtig für die Funktion der körpereigenen Abwehrkräfte. Je mehr die sich Darmflora im Gleichgewicht befindet, desto gesünder ist auch der Mensch - sowohl physisch als auch mental.

In einer Arbeit aus dem Fachjournal “European Review for Medical and Pharmacological Sciences” wurde von italienischen Forschern bereits 2013 erklärt: „Die Darmflora hat schützende, stoffwechselanregende, nährende und immunologische Funktionen. Sie steht mit dem humoralen und dem zellulären Immunsystem in regem Austausch. Sobald irgendwo in dieser Kommunikation auch nur ein kleiner Fehler ist, können chronisch-entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen entstehen.“

Wichtige Fakten zum Darm:
  • Der Darm hat eine gigantische Länge! Er ist 6 - 8 Meter lang und hat eine Oberfläche von ca. 35 m2.
  • Ganze 38 Billionen Bakterien besiedeln die Darmschleimhaut - das ist eine ganze Menge!
  • Die Mikroben die unseren Darm besiedeln wiegen bis zu 2-3 kg.
  • Wie viele verschiedene Bakterienarten den Darm besiedeln ist noch nicht endgültig geklärt. Schätzungen reichen von 500 - 40000. Es kommt aber auch auf die individuelle Vielfalt des betrachteten Mikrobioms an. Aktuell geht die Forschung davon aus, dass eine große Vielfalt, also mehr Bakterienarten, einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt.
  • Ganze 80% der Immunzellen sind im Darm lokalisiert. Das bedeutet: Ist dein Darm geschwächt oder deine Darmflora aus dem Gleichgewicht - ist auch die Funktion des Immunsystems gemindert.
  • In deinem Darm sitzen ganze 100 Millionen Nervenzellen.
  • Der Darm ist für über 20 verschiedene Hormone verantwortlich, davon Serotonin (“Glückshormon”) und Melatonin (“Schlafhormon”). Also - Happy Gut, Happy You!
  • Unser Darm steuert 80% unserer Stoffwechselvorgänge. Ist das nicht beeindruckend?

Quellen:
https://www.doppelherz.de/darmgesundheit-special/darm/ablauf-der-verdauung/
https://www.leading-medicine-guide.de/anatomie/darm
https://www.meduniwien.ac.at/hp/nahrungsmittelallergie/unser-darm/fakten-zum-darm/
https://www.deutschesapothekenportal.de/fileadmin/user_upload/download/dialog/schwerpunktthemen/dap_dialog_43_otc-schwerpunktthema.pdf
https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-der-darm.2144.de.html

2.2 Das Mikrobiom

Das Mikrobiom ist eine Ansammlung von Mikroorganismen und wird von manchen Wissenschaftlern als ein Super-Organ bzw. Super-Organismus bezeichnet. Es ist also ein enorm wichtiger Bestandteil unseres Körpers. Aber wer sind diese kleinen Organismen, von denen wir abhängen sind obwohl wir sie gar nichts sehen können? Das Mikrobiom ist das genetische Material aller Mikroben - Bakterien, Pilze, Protozoen und Viren -, die auf und im menschlichen Körper leben. Die meisten dieser Mikroorganismen sind im Darm lokalisiert, aber es gibt sie beispielsweise auch auf der Haut, im Mund, in der Nase und im Genitalmilieu.
In unserem Mikrobiom leben ungefähr so viele Mikroorganismen wie wir menschliche Körperzellen besitzen - ca. 38 Billionen! Das Mikrobiom lässt sich mit dem tropischen Regenwald vergleichen. Es ist ein komplexes Ökosystem, welches nur durch das perfekt abgestimmte Zusammenspiel der verschiedenen Organismen funktioniert. In diesem Fall sind wir der “Wirt” dieser kleinen Organismen. Wir leben mit ihnen in einer Symbiose, denn sie können nicht ohne uns und wir nicht ohne sie. Sie helfen bei der Verdauung unserer Nahrung, regulieren unser Immunsystem, schützen vor anderen Bakterien, die Krankheiten verursachen, und produzieren Vitamine, darunter die “B-Vitamine” B12, Thiamin (Vitamin B1) und Riboflavin (Vitamin B2), sowie Vitamin K, das für die Blutgerinnung benötigt wird. Tatsächlich wurde die Existenz des Mikrobioms erst Ende der 1990er Jahre wissenschaftlich anerkannt.

Quellen:
https://depts.washington.edu/ceeh/downloads/FF_Microbiome.pdf
https://www.sciencedaily.com/releases/2012/06/120613133140.htm

Das Hautmikrobiom

Auch unsere Haut ist dicht von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt, die uns unter anderem vor Hautkrankheiten schützen. Hier gilt dasselbe wie bei den anderen speziellen Bereichen des Mikrobioms auf und im menschlichen Körper: jeder Mensch verfügt über eine individuelle Zusammensetzung von Organismen und solang ein stabiles Gleichgewicht herrscht, können sich Eindringlinge schlechter verbreiten. Frau Prof. Regine Gläser von der Klinik für Dermatologie der Universität Kiel erklärt: "Ein ausgewogenes Verhältnis von Mikroorganismen unterstützt verschiedene Stoffwechselprozesse, hilft bei der Wundheilung und schützt vor Eindringlingen”. Allgemein besteht dieses Verhältnis aus Bakterien, Viren oder Pilzen. Einige dieser Bakterien, sind für die Produktion von Eiweißen verantwortlich, welche wie Antibiotika agieren und die “schlechten” Anwohner im Zaum halten. Studien belegten, dass auch das Haut Mikrobiom eine Veränderung in der Zusammensetzung und Balance aufweist, wenn eine Hautkrankheit besteht. Im Vergleich zu gesunden Menschen, wurde festgestellt, dass das Mikrobiom von Hautkranken weniger Vielfalt in der Bakterienbesiedlung beinhaltet. Zwar nimmt die Anzahl an Mikroorganismen nicht ab, jedoch wird das Gleichgewicht abgewandelt und Bewohner der unerwünschten Art können dominieren. Beispiele dieser Arten:

  • Pilze der Gattung Malassezia: eine Überwucherung mit dieser Art kann Hautekzeme hervorrufen.
  • Staphylococcus aureus: breitet sich dieser übermäßig auf der Haut aus, können beispielsweise Furunkel entstehen.
  • Staphylococcus haemolyticus: dieser Mikroorganismus ist einer der bekannten Krankenhauskeime und kann z.B. über die Schleimhäute Beschwerden des Harntrakts.
  • Staphylococcus epidermidis: Kann Prothesen oder Katheter die über die Haut eingebracht sind mit einem Biofilm überziehen.


Der Keim Staphylococcus befindet sich nahezu überall. Er ist in der Luft, in unserer Nase und auch auf unserer Haut angesiedelt. Die guten Bakterien halten ihn zurück und deswegen stellt er nicht unbedingt eine Gefahr dar. Aber sobald sich der Keim ausbreitet und Überhand nimmt, kann es zu Entzündungen kommen. In Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern kommt der Keim häufig vor.

Neurodermitis ist ein weiteres Beispiel der Konsequenz eines unausgeglichenen Hautmikrobioms. Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist eine Hautkrankheit von der viele Menschen betroffen sind. Rund 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer echten Neurodermitis. Hautärzte schätzen, dass etwa jeder Vierte milde Anzeichen dieser Hautreaktion erfahren hat. Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, chronisch entzündliche, teilweise vererbte Hautkrankheit. Oft äußert sie sich in Form von “Beugeekzemen”, was bedeutet, dass die Hautveränderung in Kniekehlen und Armbeugen zum Vorschein kommen. Hände, Nacken und Hals sind auch häufig befallen. Die Haut wird trocken, entzündet und dicker - begleitet von einem quälenden Juckreiz. Forschungen ergaben, dass das Gleichgewicht der Besiedelungen mit Mikroorganismen sich an den betroffenen Stellen verändert. Zusammengefasst zeigte sich auch hier, dass die Vielfalt der guten Bakterien abnahm, während die “bösen” Organismen sich ausbreiteten und Entzündungen katalysierten. Das interessante dabei war, dass nicht nur die betroffenen Stellen von einem veränderten Hautmikrobiom geprägt waren, sondern das gesamte Hautmikrobiom eine Veränderung aufwies, auch an nicht betroffenen Stellen. Um gegen dieses Ungleichgewicht anzukommen und um die Entzündungen effektiv zu unterdrücken, gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten. Entweder, die guten Mikroorganismen werden gestärkt oder die “Übeltäter” werden gezielt bekämpft. Neben Probiotika, der Stärkung dieser guten Bakterien, kann man auch eine konsequente, lokale Behandlung vollziehen. Hautpflege mit entsprechenden Cremes kann dazu beitragen gewisse Keime abzutöten und das Mikrobiom lokal und gezielt zu stabilisieren. Zum Beispiel werden harnstoffhaltige Cremes verwendet um die Hautbarriere zu stärken oder es werden kortisonhaltige Cremes zur Bekämpfung der Entzündung eingesetzt. Probiotika können wie bereits erwähnt auch eine wesentliche Rolle dabei spielen, Hautempfindlichkeit zu reduzieren und das Hautmikrobiom nachhaltig zu stabilisieren. Dies betrifft natürlich nicht nur Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Akne, sondern sie tragen auch zu einem gesunden, strahlenden Hautbild bei. Man kann von innen heraus also eine Menge außen, auf dem “sichtbarsten” Teil unseres Mikrobioms - auf der Haut - beeinflussen.

Quellen:
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/krankheiten/neurodermitis/index.html
https://www.apotheken-umschau.de/Haut/Mikrobiom-der-Haut-Dicht-besiedelt-554169.html

Das Mundmikrobiom

Das Mundmikrobiom oder orale Mikrobiom (Mundflora) ist die Zusammensetzung der Mikroorganismen, die auf den Mundschleimhäuten und den Zahnoberflächen angesiedelt sind. Die Mundflora besteht aus mehreren Milliarden Bakterien, zusammengesetzt aus verschiedenen Arten wie:
  • Actinomyceten
  • Laktobazillen
  • Neisserien
  • Veilonella parvula
  • Streptokokken: z. B. Streptococcus mitis, Streptococcus sanguis und Streptococcus salivarius
Das richtige Gleichgewicht dieser Gemeinschaft, ergibt eine gesunde Mundflora, die vor Krankheiten und Karies schützt.

Etwa 2/3 der Mikroben der Mundflora, sind auf der Oberfläche der Zunge, sprich auf dem Zungenbelag lokalisiert, sodass man diesen Bereich auch individuell als Zungenflora oder Mikroflora bezeichnet. Der Mundraum bietet durch die feuchten und warmen Bedingungen einen idealen Lebensraum für die Bakterien und Hefen, die das Mundmikrobiom ausmachen. Eine in der Zahnmedizin relevante Hefe ist der sogenannte “Candida albicans”, ein einzelliger Hefepilz der im Mundmikrobiom vorkommt. Wenn diese Pilze der Gattung Candida die Oberhand gewinnen, wird dies als Kandidose bezeichnet, oder auch Mundsoor, solang der Pilz nur die Mundschleimhaut befällt. Hefepilze kommen auch in einer normalen, gesunden Mundflora vor und stellen keine Probleme dar, solang sie in die Schleimhäute nur oberflächlich besiedeln.
Die pathogenen (“schlechten”) Bakterien die in der Mundflora zu finden sind, wie zum Beispiel der Erreger Streptococcus mutans, sind häufig der Auslöser für Zahnkaries. In der Zahnmedizin wird bei auffälligem Auftreten dieses Karieserregers, gezielt gegen ihn gehandelt. Das Bakterium Streptococcus mutans siedelt sich erst nach der Geburt eines Menschen an, denn er kann sich erst einnisten, wenn die ersten Zähne zum Vorschein kommen. Diese speziellen Bakterien äußern sich in Form von bakteriellen Plaques, denn wie die meisten Kariesbakterien, bilden sie Milchsäure. Bakterien anderer Gattung, wie zum Beispiel Actinobacillus, sind aggressiver und können Zahnfleischerkrankungen verursachen.
Aber warum ist das Mund Mikrobiom so wichtig?

Verdauung - Das Mundmikrobiom spielt in den biochemischen Prozessen der Verdauung eine wichtige Rolle. Denn der Mundspeichel und die darin enthaltenen Bakterien und Enzyme, sind für den ersten Schritt der Verdauung zuständig: Aufspaltung von Nahrung, schon bevor sie überhaupt den Magen-Darm-Trakt erreicht.

Zahngesundheit - bei einer ausbalancierten Mundflora, kommt Zahnstein und Karies seltener vor. Denn eine gesunde Mundflora trägt dazu bei, dass “gute Bakterien” eine ideale Umgebung schaffen, um mit dem Speichel zusammen die Zähne zu reinigen (Speichel wirkt antibakteriell).

Immunabwehr - bestimmte Bakterienarten der Mundflora sind für den Schutz des Gewebes rund um die Zähne verantwortlich. Sie halten schädliche Eindringlinge davon ab Krankheiten zu verursachen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Immunabwehr gestärkt wird. Denn so einige unerwünschte Erreger können durch den Mund in unseren Körper gelangen und nicht nur orale Krankheiten hervorrufen. Eine gesunde Mundflora trägt zu einer verbesserten Abtötung dieser unerwünschten Eindringlinge bei.

Dysbakterie - eine Dysbakterie bedeutet, dass eine Störung der physiologischen Bakterienflora im Mund vorliegt. Die Forschung hat festgestellt, dass eine Änderung in der Zusammensetzung der Mondflora unter anderem vermehrt zu folgenden Nebenwirkungen führen kann:

  • Mundgeruch - in 80-90% der Fällen lässt sich Mundgeruch auf eine gestörte Mundflora zurückführen.
  • Karies - die Ursache ist eine Übersäuerung im Mund, welche durch die Überbesiedlung von “schlechten” Bakterien begünstigt wird.
  • Zahnfleischerkrankungen - Bakterien verstecken sich gerne in Zwischenräumen und Zahnfleischtaschen um sich vor Speichelströmen oder Kaubewegungen zu schützen. Wenn die angreifenden Bakterien hier dominieren, kann eine Gingivitis entstehen. Wenn diese nicht behandelt wird, kann die Zahnfleischerkrankung sich zu einer Parodontitis entwickeln.
Stufe 1: Gingivitis (Zahnfleischbluten)
Stufe 2: Parodontitis (das komplette zahnhaltende Gewebe wird angegriffen und instabil)


Probiotika können auch das Mund Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen. Manche probiotische Bakterien haben neben dem Verdrängen der “bösen” Bakterien die Fähigkeit, deren Vermehrung zu verhindern. Die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) ermöglicht dies. Es wurde bisher wissenschaftlich bewiesen, dass diese folgenden probiotischen Bakterienstämme (in der Mundflora angesiedelt) SCFAs herstellen können:

• Lactobacillus acidophilus
• Bifidobacterium longum
• Bifidobacterium bifidum
• Lactobacillus plantarum
• Lactobacillus fermentum


Quellen:
https://www.zahn-lexikon.com/index.php/m/40-a-z/r-lexikon/2204-mundflora
https://www.probioticbrain.de/strahlendes-laecheln-durch-probiotika/

Das vaginale Mikrobiom

Eine gesunde Vaginalflora schützt den Körper vor Infektionen im Genitalbereich. Sie setzt sich aus vielen verschiedenen Arten von Bakterien zusammen, wird aber im Verhältnis von Laktobazillen dominiert. Diese nützlichen oder "guten" Bakterien spielen bei der Abwehr von Infektionen eine Schlüsselrolle. Laktobazillen bieten Schutz vor Mikroben aus der äußeren Umgebung, aber auch vor Mikroben die bereits in der Vagina angesiedelt sind und ein enorm schnelles Vermehrungspotential haben und z.B. eine Vaginose verursachen können.

Das weibliche Genital ist von Geburt an von verschiedenen Arten von Mikroorganismen besiedelt. Die Geburtsmethode kann hier eine Rolle spielen - denn wenn ein Kind auf natürlichem Wege durch den weiblichen Genitaltrakt geboren wird, nimmt es die Bakterien der Vaginalflora der Mutter auf. Wenn es andererseits durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommt, wird das Mikrobiom des Kindes zuerst von der Hautmikrobiota der Mutter geprägt. Bei weiblichen, auf natürlichem Wege geborenen Babys, konnte man in den ersten Tagen nach der Geburt das Vorhandensein von Laktobazillen (genauer: Döderlein-Stäbchen, eine Gattung der Laktobazillen) feststellen. Diese tragen zu einem säuerlichen pH-Wert der Vagina bei. Diese verschwinden später jedoch und während der Kindheit wird der pH-Wert der Scheide basisch. In der Pubertät nimmt durch den Anstieg des Östrogenspiegels im weiblichen Körper die Anzahl der Döderlein-Stäbchen wieder zu. Dies setzt sich bis zur Menopause fort. Die weibliche Vagina beherbergt nicht nur zahlreiche Bakterien, sondern auch Pilze, darunter vor allem der Gattung Candida (Hefepilze) und in geringerem Maße Dermatophyten (Fadenpilze). Eine Dysbiose der Vagina kann zu einem Überschuss an Pilzen der Candida-Gruppe gegenüber der Lactobacilli führen - die Folge ist eine Pilzinfektion. Die meisten Frauen haben schon Erfahrung mit dieser häufigen Infektion gemacht.

Laktobazillen und der pH-Wert der Scheide:
Laktobazillen schützen vor vaginalen Infektionen, indem sie den verfügbaren Raum dicht besiedeln. Außerdem produzieren sie Milchsäure und Wasserstoffperoxid. Milchsäure hilft dabei, einen gesunden vaginalen pH-Wert und eine gesunde vaginale Flora zu erhalten. Wasserstoffperoxid hemmt die Vermehrung der "schlechten" Bakterien. Wenn die Anzahl der Laktobazillen zurückgedrängt wird und die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gerät, erhöht sich das Risiko, eine Infektion zu entwickeln. Infektionen können zu unangenehmen Symptomen wie Juckreiz, Rötung, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss und unangenehmen Geruch führen.

Das Gleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien in der Vagina ist sehr fragil. Ein Ungleichgewicht entsteht, wenn der vaginale pH-Wert nicht stimmt. Der pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,5 liegen, damit ein gesunder vaginaler Säuregrad erreicht wird und die “schlechten” Bakterien und Pilze sich nicht stärker vermehren.

Eine wirksame Methode, die zu einem harmonischen Einklang des weiblichen Sexualsystems führt, ist die Verwendung von Probiotika, die für Frauen spezifische Bakterienstämme beinhalten. Diese können auch die Vaginalflora wieder ins Gleichgewicht bringen und so Infektionen im Genitalbereich vorbeugen.

Quellen:
https://www.researchgate.net/publication/339314796_MICROBIOME_OF_THE_WOMEN%27S_GENITAL_SYSTEM
https://www.news-medical.net/health/Vaginal-Flora.aspx

2.3 Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms

Wie bereits festgestellt, ist der Großteil des Mikrobioms im Magen-Darm-Trakt angesiedelt, da er die größte Kontaktfläche nach außen ist. Durch die dichte Ansiedlung an Mikroorganismen auf der Darmwand, bleibt wenig Platz für Krankheitserreger. So können uns die “guten” Bakterien vor den “bösen” schützen, aber das natürlich nur wenn das Zusammenspiel perfekt funktioniert. Beim Menschen wird die Darmflora in den ersten 3 Jahren nach der Geburt gebildet. Die Darmflora ist zusätzlich zur Darmschleimhaut und dem ortsständigen Immunsystem des Darms eine weitere Barriere gegen pathogene Erreger.

Die genaue Zusammensetzung und Funktion des Mikrobioms lässt noch ein paar Fragen offen, die jedoch intensiv und mit hohen Budgets erforscht werden (z.B. das US Amerikanische Human Microbiome Project) - denn ihre zentrale Bedeutung steht fest. Das Darmmikrobiom bietet ein großes Forschungspotential und ist jetzt schon, im Vergleich zu den anderen Mikrobiota des menschlichen Körpers, das am meisten erforschte. Das Netz aus Organismen detailliert zu verstehen, Zusammenhänge zu erschließen und Wechselwirkungen mit dem menschlichen Körper zu erkennen, ist aufgrund der Komplexität eine große Herausforderung. Eine der treibenden Fragen hierbei ist: Wie genau kann ein Mikrobiom verändert/beeinflusst werden, um die Gesundheit zu steigern?

Zudem ist das menschliche Mikrobiom variabel und vor allem individuell. Es wurde bisher angenommen, dass wir das erste Mal während und nach der Geburt in Kontakt mit Mikroben kommen. Der Prozess der Aufnahme dieser Mikroben nennt sich im englischen “seeding” und geschieht im Vaginalkanal, bei Haut-zu-Haut-Kontakt und durch das Stillen. Neue Forschungen haben jedoch ergeben, dass die mikrobielle Übertragung bereits über die Plazenta im Mutterleib erfolgen könnte. Diese ersten Mikroben besiedeln den Magen-Darm-Trakt und bilden die Grundlage des Immunsystems, welches wiederum der Grundstein unserer Gesundheit ist. Unser Immunsystem dient dazu zu erkennen, welche Bakterien und Einflüsse gefährlich und schädlich für uns sind, und welche nicht. In den ersten und entscheidenden Lebensjahren formiert sich das Mikrobiom zu einem residenten Mikrobiom, welches dann mehr oder weniger bis an unser Lebensende vorhanden ist. Dennoch kann sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms im Laufe der Zeit durch Einflüsse wie Ernährung, Medikamenteneinnahme oder die allgemeine Gesundheit etwas abwandeln. Beispielsweise durch Antibiotika, die eingesetzt werden um “böse” Bakterien abzutöten. Leider können die Antibiotika die “Bösen” nicht von den “Guten” unterscheiden, welche ihnen somit auch zum Opfer fallen. Andere Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronisch entzündliche Darmerkrankungen können durch eine Dysbiose des Darm- Mikrobioms begünstigt werden, aber auch selbst der Auslöser für ein gestörtes Mikrobiom sein. Zum Beispiel, unterscheidet sich die Zusammensetzung des Mikrobioms eines stark übergewichtigen Menschen, von dem eines Normalgewichtigen. Dies wurde anhand von klinischen Studien an Zwillingen getestet. Die übergewichtigen Zwillinge wiesen eine geringere Bakterienvielfalt und höhere Konzentrationen an Verdauungsenzymen auf, als die normalgewichtigen Zwillinge. Dies bedeutet, dass die adipösen Probanden Nahrung schneller verdauen und somit Kalorien effektiver aufnehmen konnten.

2.4 Die Auswirkungen der Zusammensetzung im Darm

Wenn das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht gerät, schafft dies Raum für diverse Keime: “schlechte” Bakterien, Viren, Parasiten, etc. Die Pathogene können sich dadurch ohne Probleme ansiedeln und rapide an Oberhand gewinnen, was sich in einem schlechten Gesundheitszustand äußern kann. Alle Funktionen des Körpers sind eng miteinander verbunden, was umgekehrt auch bedeutet, dass der Gesundheitszustand Einfluss auf das Mikrobiom hat. Einer der besten Beweise dafür ist die sogenannte “Darm-Hirn-Achse” oder auf englisch “Gut-Brain Axis” (GBA).

Ein großer Teil der Forschung zur Gut-Brain-Axis involvierte keimfreie Tiere und die Untersuchung der Wirkung von Antibiotika, Probiotika und fäkale Mikrobiota-Transplantation, um die Auswirkungen der Darmmikrobiota auf die Hirnaktivität nachvollziehen zu können. Viele dieser Studien deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom, eine entscheidende Menge an Neurotransmittern produziert und so zum Teil für die psychische Gesundheit verantwortlich ist. Die Mikroben der Darmmikrobiota und das Gehirn kommunizieren über folgende Wege miteinander:

Der Vagusnerv

Der Vagusnerv ist einer von 12 Hirnnerven, die das zentrale Nervensystem (“ZNS”, Gehirn und Rückenmark) mit dem enterischen Nervensystem (“ENS”, Bauchhirn) verbinden. Nerven kommunizieren über Botenstoffe. Bekannte Botenstoffe oder in Fachsprache als Neurotransmitter bezeichnet, sind Serotonin, Dopamin und GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Mit diesen Neurotransmitter werden sowohl im ENS also auch im ZNS Informationen übertragen, sodass die beiden Nervensysteme mehr oder weniger dieselbe “Sprache” sprechen und ohne Probleme miteinander kommunizieren können. Über den Austausch dieser Botenstoffe können Darm und Gehirn sich gegenseitig stark beeinflussen.

Produktion von Botenstoffen

Diverse Arten von Lactobacilli und Bifidobakterien (zu diesen Bakterienstämmen erfährst du später noch mehr) sind für die Produktion von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verantwortlich, dem wichtigsten hemmenden Neurotransmitter im Gehirn. Darüber hinaus produzieren Candida, Escherichia und Enterokokken den Neurotransmitter Serotonin, während einige Bacillus-Spezies nachweislich Dopamin herstellen.

Tryptophan-Stoffwechsel & Serotonin-Spiegel

Ungefähr 95% des Serotonins (5-HT) wird im Darm produziert. Serotonin ist unter anderem an der Schmerzwahrnehmung und Muskelentspannung/Muskelkontraktion beteiligt und im Gehirn für die Regulierung der Stimmung (Emotionen und Stressresistenz) verantwortlich. Darmmikrobiota spielen auch in der Produktion von Tryptophan eine wichtige Rolle. Tryptophan ist eine Aminosäure, welche eine Vorstufe und somit ein wichtiger Baustein zur Produktion von Serotonin ist.

Viele Studien haben sich mit dem Einfluss des Darms durch die Darm-Hirn-Achse auf Erkrankung wie Schizophrenie, Autismus, Angst und Depression beschäftigt.

Das Immunsystem

Das darmassoziierte lymphatische Gewebe (GALT) macht 70% des körpereigenen Immunsystems aus und kann als das größte Immunorgan des Körpers angesehen werden.

Darmdurchlässigkeit

Auch wenn die Forschung dazu noch uneinig ist, existiert die These, dass chronischer Stress die intestinale Permeabilität verändert und zu einem “Leaky-Gut-Syndrom” führen kann. Bei einem “Leaky-Gut” soll es zu Rissen oder Löcher in der Darmschleimhautbarriere kommen, welche den Darm für verdaute Nahrung, Giftstoffe und schlechte Bakterien durchlässig machen sollen. Diese sollen so in das darunter liegende Gewebe eindringen, in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen hervorrufen können.

Quellen:
https://www.health.harvard.edu/blog/leaky-gut-what-is-it-and-what-does-it-mean-for-you-2017092212451
https://biomes.world/de/wissenswertes/darm/darm-und-psyche/darm-hirn-achse/
https://psychscenehub.com/psychinsights/the-simplified-guide-to-the-gut-brain-axis/
https://www.omni-biotic.com/at/darmgesundheit/

2.5 Was schädigt die Darmflora?

  1. Antibiotika: Bekanntlich zerstören Antibiotika nicht nur die schädlichen, krankheitserregenden Bakterien im Darm, sondern auch Bakterien, die für den Darm von Nutzen sind. Man könnte denken, dass sich die Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika sehr schnell von selbst regeneriert. In Wahrheit kann es aber bis zu sechs Monate dauern, bis die Darmflora wieder im Normalzustand ist. Das Problem dabei ist, dass sich schädliche Pilze und Bakterien meist deutlich schneller vermehren als die “Guten”. Das kann dazu führen, dass sich die Regeneration der Darmflora ziemlich in die Länge zieht! Hier erfährst du noch mehr zum Thema Antibiotika.
  2. Antibabypille und andere Hormonpräparate: Wie Antibiotika hat auch die Einnahme von hormonhaltigen Verhütungsmitteln Auswirkungen auf den Darm und die Darmgesundheit im Allgemeinen. Forscher des Massachusetts General Hospitals und der Harvard Medical School in Boston haben in ihrer Studie “Oral Contraceptives, reproductive factors and risk of inflammatory bowel disease” herausgefunden, dass Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, ein höheres Risiko haben, an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu erkranken, als Frauen, die nicht hormonell verhüten. Gerade Kontrazeptiva, die eine besonders hohe Menge an Östrogen beinhalten, haben nachgewiesenermaßen besonders schwerwiegende Auswirkungen auf die Darmgesundheit.
  3. Chlor: Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Chlor im Leitungswasser. Leitungswasser wird häufig gechlort, um Bakterien abzutöten und dieses zu desinfizieren. Es gibt dabei nur ein Problem: Chlor desinfiziert nicht nur das Leitungswasser, sondern auch den Darm und damit die Darmflora. Dies kann zur Abnahme der mikrobiellen Vielfalt im Körper führen. Daraus resultieren wiederum häufigere Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen und Übergewicht.
  4. Fluoride: Genau wie Chlor, werden Fluoride in einigen Ländern über das Trinkwasser aufgenommen. Glücklicherweise ist das in Europa kaum der Fall. Jedoch findet man in Drogerien und Supermärkten kaum Zahnpasta, die keine Fluoride enthält. Auch zu Speisesalz ist häufig Fluorid beigefügt. Das liegt daran, dass Fluorid einen schützenden Effekt vor Zahnkaries hat. Man sollte also auf eine ausreichende Fluoridaufnahme achten. Leider kann es jedoch auch wie ein Stoffwechselgift wirken, welches dann zu einer Zerstörung der Darmflora beitragen kann, also einen ähnlichen Effekt wie Antibiotika hat. Hier macht also die Dosis das Gift und es ist wichtig, den goldenen Mittelweg zu finden.
  5. Ernährung: Die Ernährung hat bekanntlichermaßen einen sehr starken Einfluss auf die allgemeine Gesundheit und damit auch auf den Darm. Gerade auf Zucker und Fett sollte dabei verzichtet werden, um einer gesunden Darmflora nicht zu schaden. Studien haben gezeigt, dass eine zucker- und fettreiche Ernährung negative Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Darmflora haben und inflammatorisch wirken können. Außerdem kann daraus eine Dysbiose und eine Verringerung der Dicke der Darmschleimhaut resultieren. Das hat den Nachteil, dass die Durchlässigkeit der Schleimhaut gesteigert wird und es krankheitserregenden Bakterien erleichtert wird, in den Körper einzudringen.
  6. Übersäuerung: Dieses Problem wird meist durch die stark fett- und zuckerhaltige westliche Ernährung hervorgerufen. Durch den Konsum verarbeiteter Lebensmittel kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper. Das führt zu einer Überlastung der Kompensationsfähigkeit des Organismus und resultiert meist in der weit verbreiteten chronischen Übersäuerung des Körpers. Durch das Ungleichgewicht im Darm kann die Mineral- und Nährstoffaufnahme erschwert werden. Mineralstoffe werden jedoch dringend dafür benötigt, um täglich anfallende Säuren zu neutralisieren, beziehungsweise “abzupuffern”. Werden zu wenige Mineralien aufgenommen, kann dies jedoch nicht geschehen und resultiert in einer Verschlimmerung der Übersäuerung des Körpers. Zudem führt ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt zu einer Verschiebung der pH-Werte im Verdauungssystem. Das hat zur Folge, dass nützliche Darmbakterien “vertrieben” und günstige Lebensumstände für Pilze und andere krankmachende Bakterien geschaffen werden.
  7. Zusatzstoffe: Genau wie Antibiotika, Chlor und Fluoride wirken sich auch die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthaltenen Zusatzstoffe negativ auf das Darmmikrobiom aus. Auch dies führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und damit folglich zu einer erschwerten Nährstoffaufnahme. Das heißt - am besten vermeidest du Fertigprodukte aus dem Supermarkt mit ellenlangen Zutatenlisten, auf denen dir der Großteil irgendwie seltsam vorkommt. Greife zu frischen unverarbeiteten Lebensmitteln, die am besten aus biologischem Anbau kommen, denn so vermeidest du gleichzeitig auch noch Pestizidrückstände in deinem Essen.
  8. Stress: Dass Stress sehr ungesund für den gesamten Körper und die allgemeine Gesundheit ist, ist allseits bekannt. Auch klar ist, dass sich Stress in einigen Fällen einfach nicht vermeiden lässt. Studien zeigen jedoch, dass sich Stress auch negativ auf die Darmflora auswirken kann. Im Umkehrschluss wurde aber wiederum deutlich, dass eine stärkere und gesündere Darmflora auch eine größere Stressresistenz hervorrufen kann. Stress macht erwiesenermaßen krank. Deshalb gilt: Versuche dir deinen Alltag so zu planen, dass du dich zwischendurch auch mal entspannen kannst.
  9. Alkohol: Keine Sorge, ein Gläschen Wein am Abend oder auch mal ein Bier ist kein Problem. Jedoch wirken sich größere Mengen Alkohol und vor allem der regelmäßige Konsum besonders schlecht auf den Dünndarm aus. Denn Alkohol führt zu Reizungen im Dünndarm, die wiederum zu Entzündungen und Schmerzen führen können. Weitere Folgen sind beispielsweise die Bildung von Geschwüren oder Tumoren. Gerade hochprozentiger Alkohol nach dem Essen sollte vermieden werden. Zwar gibt ein Verdauungsschnaps ein wohlig warmes Gefühl im Magen, jedoch führt der hohe Alkoholanteil zu Entzündungen im Darm und fördert die Verdauung nicht wie immer behauptet - im Gegenteil!
  10. Nikotin: Rauchen hat bekanntlichermaßen schlechte Auswirkungen auf die gesamte Gesundheit des Menschen. Zum einen kann der Konsum von Nikotin zu Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und ZNS-Erkrankungen führen, zum anderen erhöhen Zigaretten auch die Wahrscheinlichkeit an gewissen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu erkranken. Das liegt daran, dass durch häufiges und regelmäßiges Einatmen von Zigarettenrauch eine erhöhte Produktion von zentralen proinflammatorischen Stoffen hervorgerufen wird. Dies kann langfristig die chronisch entzündliche Darmerkrankung “Colitis ulcerosa” begünstigen (erfahre dazu später mehr!).
Quellen:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/darmflora-ueberblick/schaedlich-fuer-darmflora
https://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/was-dem-darm-gut-tut.html
https://www.omni-biotic.com/at/blog/rauchen-loest-entzuendungsprozesse-im-darm-aus/

3. Was sind Probiotika?

Nach der Definition der WHO sind Probiotika lebende Mikroorganismen, die dem Menschen einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden.
Wie kommen Probiotika zu ihrem Namen? “Pro bios” übersetzt aus dem lateinischen bedeutet “für das Leben”, was auch ziemlich genau ihrer Funktion entspricht. Probiotika dürfen nur als solche bezeichnet werden, wenn sie folgende vier Kriterien erfüllen:

  • Eine nachweislich gesundheitsfördernde Wirkung für den Konsumenten
  • Die Produktion von Milchsäure und anderen Substanzen mit bakteriostatischer oder bakterizider Wirkung
  • Sie müssen die Magenpassage überleben und im Darm vermehrungsfähig sein
  • Es muss ein Nachweis von genetischer Stabilität vorliegen, um krankmachende Mutationen ausschließen zu können


Probiotika gehören nicht erst seit kurzem, sondern tatsächlich schon seit geraumer Zeit in Form von fermentierten Lebensmitteln zur Ernährung des Menschen. Heute erhält man sie auch frei verkäuflich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in Apotheken, online oder in Lebensmittelgeschäften.
Probiotika haben die Fähigkeit, Krankheitserreger auf gleich mehrere Arten anzugreifen. Indem sie Darmwände besiedeln, verhindern sie, dass krankmachende Bakterien und Gifte über die Darmwand in den Körper gelangen.
Diese krankmachenden Bakterien können von einigen probiotischen Mikroorganismen dank antimikrobiellen Wirkung auch direkt getötet werden. Das geschieht indem ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen wird, wobei sie Kohlenhydrate in kurzkettige Fettsäuren umwandeln. Probiotika sind also die guten Bakterien, die den Darm besiedeln und die dafür sorgen, dass die Darmflora gesund bleibt. Ist deine Darmflora intakt, gelingt es deinem Körper besser, Nährstoffe wie Vitamine oder Enzyme aus Lebensmitteln aufzunehmen. Parallel dazu wird dein Immunsystem durch die probiotischen Bakterien gestärkt.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass Probiotika bei jedem Menschen eine individuelle Wirkung haben können und es auch Menschen gibt, bei denen Probiotika gar nicht wirken. Woran das liegt? Ob sich die guten Bakterien im Darm ansiedeln, ist abhängig vom ursprünglichen Zustand des jeweiligen Mikrobioms und spezifischen Genexpressionsmustern im Magendarmtrakt. In jedem Fall gilt aber, dass Probiotika regelmäßig zugeführt werden müssen, um eine aktive Wirkung zu erzielen, denn diese Bakterien siedeln sich nicht im Darm an, sondern durchwandern ihn nur.
Die bekanntesten Vertreter der Probiotika sind die Laktobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien und Enterokokken.

Quellen:
https://www.supplementbibel.de/probiotikum-test/
https://www.omni-biotic.com/at/darmgesundheit/probiotika-und-praebiotika/
https://www.darmflora-ratgeber.de/probiotika.html

4. Was sind Präbiotika?

Präbiotika, auch Prebiotika genannt, sind Bestandteile von Lebensmitteln, die nicht verdaulich sind. Es handelt sich also um keine lebenden Organismen, sondern um Ballaststoffe. Sie regen die Aktivität von diversen Bakterienarten im Darm an und können die Darmflora dadurch positiv beeinflussen. Die meisten Präbiotika sind in Kohlenhydraten enthalten. Beispiele hierfür sind Frukto-, Galakto- und Sojaoligosaccharide. Das bekannteste Präbiotikum ist jedoch Inulin.

Präbiotika dienen als Nahrungsmittel für die im Darm befindlichen Bakterien. Gerade Bifidobakterien und Laktobazillen profitieren davon (erfahre später mehr über die einzelnen Bakterienstämme!). Die Darmbakterien sind dafür zuständig, Oligosaccharide in kurzkettige Fettsäuren umzuwandeln. Dadurch sinkt der pH-Wert des Darms und die Umgebung wird sauer. Das Gute an Präbiotika ist, dass sie den Dünndarm weitestgehend unverdaut durchreisen, das bedeutet, dass sie den guten Bakterien im Dickdarm als Nahrungsquelle dienen können. Ist die Darmflora im Gleichgewicht, können krankmachende Bakterien sich schlechter verbreiten. Außerdem bessert sich die Verdauung - Darmträgheit und Verstopfung kann vermieden werden. Bei Präbiotika handelt es sich um Ballaststoffe. Das bedeutet, dass noch weitere positive Eigenschaften hinzukommen wie zum Beispiel eine verbesserte Aufnahme und Verwertung von Kalzium, sinkende Blutzuckerwerte und ein sinkendes Darmkrebsrisiko.

Quelle:
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/praebiotika/

5. Was sind Synbiotika?

Die Mischung machts! Probiotika alleine bringen schon sehr viele gesundheitliche Vorteile mit sich, wenn wir sie im richtigen Maß - also genügend davon - zu uns nehmen. Den besten Effekt erhält man jedoch, wenn man ein Probiotikum mit einem Präbiotikum kombiniert. Daraus ergibt sich dann ein Synbiotikum (lat. syn = zusammen, gemeinsam). Wie es das Wort schon impliziert, hat ein Synbiotikum deutlich bessere Effekte auf unseren Darm, als ein Probiotikum oder Präbiotikum jeweils einzeln.

6. Was ist in den Dailybacs enthalten?

6.1 Probiotika

Wenn Probiotika in ausreichender Menge in unseren Darm gelangen, ist das mit vielen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Den ersten Kontakt mit probiotischen Bakterienstämmen haben wir zum Glück schon bei unserer Geburt. Wäre dem nicht so, hätten wir schon als Kind immense gesundheitliche Probleme. Bei einer normalen Geburt geschieht dies durch die Vaginalflora der Mutter, bei einem Kaiserschnitt dann spätestens durch Gabe der Muttermilch. Probiotika haben nicht nur für Kinder überlebenswichtige Funktionen, sondern sie sind auch für die Gesundheit im Erwachsenenalter eine fundamentale Unterstützung.

Nochmal ganz einfach:
  • Probiotika sind vermehrungsfähige Bakterienkulturen.
  • Präbiotika sind Lebensmittelbestandteile, die die Aktivität von Verdauungsbakterien im Darm gezielt anregen.
  • Das Präbiotikum dient also als Nahrungsquelle für die Probiotika!

In unseren Dailybacs sind 11 verschiedene Bakterienstämme enthalten. In einer Kapsel befinden sich 60 000 000 000 (60 Mrd.) koloniebildende Einheiten (KBEs) - die Dailybacs sind also hochdosierte Synbiotika.

Hier sind die wichtigsten Bakterienstämme kurz erklärt:
Bifidobakterien im Allgemeinen machen mehr als 80% der Mikroorganismen in deinem Darm aus - sie sind damit die probiotischen Bakterien, die am häufigsten im menschlichen Körper vorkommen. Bifidobakterien sind Milchsäurebakterien, die normalerweise im Darm und in der Vagina leben, aber zusätzlich durch die Einnahme probiotischer Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel in den Körper aufgenommen werden können. Sobald sie im Darm angekommen sind, ist es ihre Hauptaufgabe im Körper, Nahrungsmittel abzubauen und den Körper dabei zu unterstützen, Nährstoffe aufzunehmen. Des weiteren können sie dazu beitragen, dass krankheitserregende Bakterien nicht durch die Darmwand in den Organismus eindringen können. Dadurch unterstützen sie gleichzeitig auch das Immunsystem. Bifidobakterien sind echte Alleskönner, wenn es darum geht schädliche Bakterien im Gastrointestinaltrakt oder auch in den Harnwegen abzutöten.

Bifidobacterium infantis

Das Bifidobacterium infantis ist eines der häufigsten Mikroorganismen im Körper von Säuglingen, die mit Muttermilch gestillt wurden. Das liegt daran, dass dieses Bakterium vor allem über die Muttermilch an das Neugeborene weitergegeben wird. Wie andere Bifidobakterien auch, produziert das Bifidobacterium infantis kurzkettige Fettsäuren im Darm. Dazu gehört auch Essigsäure, die eine tragende Rolle bei der Ernährung der Zellen der Darmschleimhaut spielt. Essigsäure hat noch einen weiteren sehr wichtigen Vorteil - sie hilft dem Körper dabei, eindringende Krankheitserreger wie verschiedene Pilze oder Hefen abzuwehren. Das schützt den Körper vor diversen Krankheiten und Infektionen. Zudem ist Essigsäure gerade für Babys besonders wichtig, da sie hier als große Energiequelle dient. Das klingt jetzt vielleicht so, als wäre das Bifidobacterium infantis nur wichtig für Babys. Dem ist aber nicht so - denn dieser Bakterienstamm unterstützt nachgewiesenermaßen auch Erwachsene bei der Verdauung und der allgemeinen Darmfunktion. Studien zeigen, dass diese Bakterien gegen Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Durchfall und Blähungen helfen können. Außerdem können sie dabei helfen, die Symptome des Reizdarmsyndroms zu lindern.
Lactobacilli im Allgemeinen sind Bakterien, die Laktase produzieren. Sie kommen nicht nur im menschlichen Darm, sondern auch auf der Haut und bei Frauen auch in der Vagina vor. Sie sorgen für eine normale Darmfunktion, haben dabei sehr positive Effekte auf die Darmschleimhaut und schützen den Körper vor Infektionskrankheiten. Laktobazillen haben einen entscheidenden Vorteil - sie können problemlos unter sauren und basischen Bedingungen im menschlichen Körper leben. Wurden sie in den Organismus aufgenommen, setzen sie sich an der Darmwand fest und besiedeln diese - das hat langfristige positive Auswirkungen auf die Darm- und die allgemeine Gesundheit. In der Medizin wird dieses Bakterium meist bei Magen-Darm-Beschwerden, Vaginalinfekten, Blasenentzündungen sowie allergischen Erkrankungen eingesetzt. Laktobazillen sind wirklich wichtige Helfer für den Körper und ganz besonders für den Darm, denn sie haben antimikrobielle, antivirale, immunmodulierende und immunstimulierende Eigenschaften. Außerdem wirken sie entzündungshemmend, verdauungsfördernd und helfen gegen Durchfall. Wurden die Laktobazillen in den Organismus aufgenommen, haben sie die positive Eigenschaft, die Zusammensetzung der Darmflora zu normalisieren. Also diese wieder in Balance zu bringen und damit ihre normale Funktion wiederherzustellen. Gleichzeitig wirken sie sich positiv auf die Darmschleimhaut aus, stärken die gastro-intestinale Barrierefunktion und regen die Schleimbildung im Darm an. Zudem bringen sie den Darm dazu, sich mehr zu bewegen. Damit wirken sie Verstopfungen entgegen, unterstützen das Immunsystem und hemmen gleichzeitig das Wachstum krankheitserregender Mikroorganismen und Viren.

Lactobacillus rhamnosus

Das Lactobacillus rhamnosus wird auch Lactobacillus GG genannt, was daher kommt, dass seine Entdecker Sherwood Gorbach und Barry Golding heißen. Dieses Bakterium gehört zur Gattung der Milchsäurebakterien. Durch seine wichtige Fähigkeit, Milchzucker in Milchsäure zu vergären, führt es zu einer Ansäuerung der gesamten Umgebung. Lactobacillus GG kommt hauptsächlich im Magen-, Darm-, Harn- und Genitaltrakt des Menschen vor. Dieses Bakterium ist aber nicht wie andere Bakterien ständig in unserem Körper vorhanden. Studien zeigen, dass es nur zeitweise in den Verdauungsorganen von gesunden Menschen nachgewiesen werden konnte. Bakterien des Stamms Lactobacillus rhamnosus haben viele sehr positive Einflüsse auf den Organismus, dazu gehört die Herstellung antimikrobiell wirksamer Substanzen, welche gegen schädliche Keime, wie beispielsweise Salmonellen ankämpfen. Sie begünstigen zudem die Zusammensetzung der Bakterienflora im Darm, dem Mund und dem Genitaltrakt. Außerdem haben sie entzündungshemmende Eigenschaften und können das Immunsystem dadurch positiv beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass sie die Barrierefunktion des Darms stärken und gleichzeitig die Schleimhäute im Organismus schützen. Lactobacillus GG hat sehr positive Auswirkungen auf die Zusammensetzung der menschlichen Darmflora und kann dadurch einem Ungleichgewicht zwischen nützlichen und krankheitserregenden Bakterien im Darm entgegenwirken. Falls die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann das zu Funktionsstörungen der Verdauung, zu Infektionen im Verdauungssystem oder auch zu Übergewicht führen.

Lactobacillus plantarum

Anders als das Lactobacillus rhamnosus ist das Lactobacillus plantarum ständig im Organismus vorhanden. Es kommt im Magen-Darmtrakt und im Speichel gesunder Menschen vor. Wie der Name es schon vermuten lässt, gehört auch das Lactobacillus plantarum zur Familie der Milchsäurebakterien, besitzt dabei aber eines der größten Genome seiner Gattung. Genau wie auch andere Arten von Milchsäurebakterien hat dieser Bakterienstamm einige positive Effekte auf den Organismus und damit die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden. Hierzu gehört wiederum die Herstellung antimikrobiell wirksamer Substanzen, welche gegen schädliche Keime und Viren ankämpfen. Außerdem haben sie entzündungshemmende Eigenschaften, beeinflussen das Immunsystem positiv, verbessern die Barrierefunktion des Schleimhäute und haben dadurch einen günstigen Einfluss auf die Bakterienflora im Darm. Zudem sind sie durch die Produktion von Milchsäure für die Ansäuerung ihrer Umgebung zuständig und können dabei auch Gallensäure abbauen. Das Lactobacillus plantarum ist normalerweise im Magen-Darmtrakt gesunder Menschen angesiedelt und hat die Hauptaufgabe, die Zusammensetzung der Darmflora positiv zu beeinflussen. Das bedeutet, dass das Lactobacillus plantarum einem Ungleichgewicht von schlechten und guten Bakterien entgegenwirken kann. Aus medizinischer Sicht wirkt das Lactobacillus plantarum positiv aus bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Reizdarmsyndrom, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und psychischen Erkrankungen.

6.2 Präbiotika und Pflanzenextrakte

Diverse Studien zeigen, dass die Besiedlung des Darms durch eine Kombination von Probiotika und bestimmten anderen Biomolekülen effizienter stattfindet. Diese Biomoleküle dienen unter anderem als Nahrungsquelle für die im Darm angesiedelten Probiotika. Durch die Kombination von Pro- und Präbiotika können sich die Bakterienkulturen besser in das Darmmikrobiom integrieren. Die Kombination wird Synbiotika genannt.

Als natürliche Quelle für Präbiotika dienen in den Dailybacs Extrakte aus der Chicoréewurzel (Cichorium intybus) und dem Granatapfel (Punica granatum). Eines des bekanntesten und am besten erforschten präbiotischen Substanzen ist Inulin. Gerade die Chicoréewurzel ist eine ausgezeichnete Quelle für Inulin. Diese Substanz hat die positive Eigenschaft, die Aktivität von Bifidobakterien im Darm zu stimulieren. Außerdem ist die Chicoréewurzel reich an Polyphenolen, einer Gruppe von Verbindungen, die für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt sind.
Auch Granatapfel (Punica granatum) ist eine sehr gute Quelle für Polyphenole. Zudem wurde das allseits bekannte Superfood schon im alten Indien zur Behandlung von Durchfall, Parasiten und vielen anderen Erkrankungen verwendet.

6.3 Vitamine & Mineralien

Um genau auf die Bedürfnisse von Frauen- und Männerkörpern eingehen zu können werden die Dailybacs mit einer Reihe von speziell ausgewählten Mineralstoffen und Vitaminen angereichert.

Im folgenden Teil erfährst du genauer welche Vitamine und Mineralien in beiden Dailybacs vorhanden sind:

Zink: Zink ist ein Spurenelement, genau genommen das zweithäufigste Spurenelement des Körpers und wird dabei für eine ganze Menge von Körperfunktionen benötigt. Zink ist vor allem in tierischen Nahrungsmitteln enthalten. Das bedeutet, dass gerade Vegetarier und Veganer ein erhöhtes Risiko haben, nicht genug dieses Spurenelementes aufzunehmen.
Hier findest du nun eine kurze Zusammenfassung aller nützlichen Funktionen von Zink: Zink kann zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion beitragen. Außerdem trägt Zink zu einer normalen kognitiven Funktion, einer normalen DNA- Synthese und einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Auch kann es sich positiv auf die Erhaltung normaler Nägel, Haut und Sehkraft auswirken.

Vitamin C: In der Tierwelt gibt es einige Lebewesen, die dieses Vitamin selbst herstellen können. Leider hat der Mensch diese Eigenschaft nicht entwickelt. Deshalb ist es umso wichtiger, genügend Vitamin C aufzunehmen, denn dies hat weitreichende gesundheitsfördernde Eigenschaften auf den menschlichen Organismus. Es wirkt Müdigkeit und Ermüdung entgegen und trägt während und nach intensiver körperlicher Betätigung zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Es unterstützt den Körper bei einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knochen und der Zähne. Außerdem trägt es zu einer normalen Funktion des Nervensystems, der normalen psychischen Funktion und einem normalen Energiestoffwechsel bei. Des Weiteren trägt es dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Vitamin D: Wusstest du, dass ein Großteil des Vitamin D´s von deinem Körper unter Sonneneinstrahlung selbst hergestellt wird? Ein anderer, aber viel geringerer Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Leider reicht die Bildung des Vitamins durch die Sonneneinstrahlung in vielen Teilen der Welt nicht aus. Gerade in Deutschland ist Vitamin D-Mangel deshalb sehr verbreitet. Das bedeutet, dass in sonnenarmen Regionen mehr Vitamin D über die Nahrung aufgenommen werden muss, um den Körper ausreichend damit zu versorgen. Das ist sehr wichtig, denn das Vitamin hat weitreichende positive Effekte auf den menschlichen Körper. Es trägt nämlich zur Erhaltung normaler Knochen, einem normalen Kalziumspiegel im Blut und der Erhaltung der normalen Muskelfunktion bei. Außerdem trägt es zu der Erhaltung normaler Zähne, der normalen Funktion des Immunsystems und der Zellteilung bei.

Biotin: Biotin, auch Vitamin B7 genannt, ist ein Kofaktor für eine Vielzahl der Enzyme des menschlichen Körpers. Das heißt, es handelt sich um eine Substanz, die zusätzlich zu Enzymen vorhanden sein muss, um eine chemische Reaktion katalysieren zu können. Auch Biotin hat einige für den Körper vorteilhafte Eigenschaften. Es trägt nämlich zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Außerdem trägt es zu einer normalen psychischen Funktion und der Erhaltung normaler Haare, Haut und Schleimhäute bei.

Dailybacs Frauen

In den Dailybacs Frauen sind zusätzlich zu den oben genannten Bestandteilen noch Folat und Eisen enthalten, um den weiblichen Körper bei seiner täglichen Arbeit zu unterstützen und wichtige Bedürfnisse des Organismus zu decken.

Eisen: Eisenmangel ist weltweit die weitverbreitetste Mangelerkrankung. Schätzungsweise zwei Milliarden Menschen leiden an diesem Mangel. Es ist wichtig zu wissen, dass Frauen fünfmal mehr von dieser Erkrankung betroffen sind, da sie durch ihre monatliche Regelblutung regelmäßig vermehrt Eisen verlieren. Jedoch ist es für den menschlichen Körper sehr wichtig genügend Eisenvorräte zu haben, denn Eisen trägt zur normalen Bildung von Blutkörperchen bei. Ein Eisenmangel kann zudem zu Blutarmut (Eisenmangelanämie) führen. Gerade Vegetarier haben ein höheres Risiko eines Eisenmangels, da diese Substanz meist in tierischen Produkten vorhanden ist, zum Beispiel rotem Fleisch. Eisen trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei, trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei, ist für die normale Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin wichtig, unterstützt den normalen Sauerstofftransport im Körper und trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Folat: Auch der Folsäuremangel ist eine der häufigsten Mangelerkrankungen der Welt. Folat ist im Organismus für die Zellteilung verantwortlich. Ist zu wenig Folat im Körper enthalten, kann dies wiederum zu einer Anämie, also einer Blutarmut führen. Gerade in der Schwangerschaft ist Folat sehr wichtig, da es zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft beiträgt. Deshalb kann es hier für schwangere Frauen oder für Frauen, die schwanger werden wollen, positive Auswirkungen haben.
Folat trägt also zur normalen Blutbildung, zur normalen psychischen Funktion, zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zu einer Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Dailybacs Männer

Um auf die Bedürfnisse eines Männerkörpers eingehen zu können, wurde unseren Dailybacs für Männer zusätzlich Selen beigefügt. Wofür Selen gut ist und welche gesundheitlichen Vorteile es mit sich bringt, erfährst du jetzt:

Selen: Selen ist gerade für Männer sehr wichtig, denn es trägt zur normalen Spermienbildung bei. Außerdem trägt es zur Erhaltung normaler Haut, Haare und einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Zusätzlich trägt es dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

 

7. Einnahmeformen von Probiotika

Aktuell sind drei Formen der Einnahme besonders beliebt. Zum einen gibt es Probiotika in Kapselform in verschiedenen Größen. Außerdem werden Probiotika in Pulverform und als Tabletten angeboten. Probiotika in flüssiger Form sind noch nicht so weit verbreitet. Welche Form die passende für einen ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir haben im folgenden Text für dich aufgelistet, welche Form welche Vor- und Nachteile bietet.

Kapseln

Probiotika in Kapseln, wie wir sie auch bei den Dailybacs verwenden, bietet gleich mehrere Vorteile:
  1. Zunächst einmal bildet sie eine zuverlässige magensaftresistente Hülle, die garantiert, dass möglichst viele Bakterien lebend in den Darm gelangen. Die Magensäure kann so die Bakterien nicht zu sehr angreifen und sie werden somit nicht zerstört. Deshalb wird der Kapsel die größte Effizienz und der meiste Erfolg zugesprochen.
  2. Die Kapsel sorgt dafür, dass die Bakterien vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt werden.
  3. Dank der Kapsel muss der Nutzer nicht jeden Tag seine Ration abwiegen, die Tagesdosierung ist praktischerweise schon korrekt abgemessen und bereit für die Einnahme.
  4. Außerdem sind die Kapseln leicht zu transportieren. Egal ob man morgens in Eile, unterwegs oder auf Reisen ist.



Ein Nachteil entsteht für diejenigen, die sich mit dem Schlucken größerer Kapseln schwer tun. Abhilfe kann geschaffen werden, indem man diese öffnet und den Inhalt einfach ohne die Hülle schluckt. Mybacs empfiehlt hier, das Synbiotikum beispielsweise in einen Joghurt zu geben und ganz einfach zu löffeln. Alternativ kann man auf Minikapseln umsteigen.

Sofern du viel auf Reisen oder generell unterwegs bist, solltest du darauf achten welche Art von Probiotika in Kapselform du wählst. Denn hier gilt es zwei Formen zu unterscheiden: Es gibt Präparate, die eine Kühlung erfordern und solche, die man auch ohne Kühlung aufbewahren kann. Kannst du diese konstante Kühlung nicht gewährleisten, eben weil du viel unterwegs bist, solltest du dich lieber für die andere Form von probiotischen Kapseln entscheiden. Diese können dank neuer Herstellungsverfahren nämlich auch deutlich feuchtigkeits- und temperaturresistenter produziert werden, sodass die Kühlung nicht mehr erforderlich ist. Eine Methode, mit der auch die Dailybacs hergestellt werden, ist die Gefriertrocknung. In Kombination mit einer gut verschlossenen Packung, wie einem Glastiegel, oder einem Blister brauchen die Probiotika so keine Kühlung mehr und können problemlos bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Pulver

Pulver bietet denjenigen einen Vorteil, die die individuelle Dosierung bevorzugen. Probiotische Pulverpräparate eignen sich in dieser Hinsicht auch für Probiotika-Einsteiger, die noch keine Erfahrung mit der Wirkung auf ihren Darm haben und sich erst einmal herantasten möchten. So kann man die Dosis am Anfang gering halten und dann steigern. Wichtig dabei ist, dass das probiotische Pulver meist mit Präbiotika und/oder Zucker angereichert wird. Diese brauchen die Probiotika, wie bereits oben erwähnt als Nahrung. Ist das Pulverpräparat nicht magensaftresistent, ist dieser Zusatz sogar notwendig, da so die Überlebenschancen der probiotischen Bakterien bei Verdauung erhöht werden. Darüber hinaus bietet Pulver den Menschen eine Alternative zur Kapsel, die sich schwer mit Schlucken größerer Tabletten tun, da man es zu verschiedenen anderen Lebensmitteln mischen kann.
Gegen ein Pulver spricht, dass die Bakterien nicht geschützt im Darm ankommen, sondern schon vorher im Magen von Säuren angegriffen werden können. Daher findet man bei der Pulverform oft eine höhere Dosierung, die letztendlich jedoch in dieser Dosis nicht gesichert im Darm ankommen.
Ein weiterer Nachteil eines Pulvers liegt darin, dass es unter Umständen aufwendig ist, sich jeden Tag die richtige Dosis abzumessen. Je nach Produkt und Eigenwahrnehmung kann es ebenfalls zu einem unangenehmen Geschmack im Mund kommen. Außerdem gibt es probiotische Pulver, die unter Umständen nur in Kombination mit Sauermilchprodukten einen Effekt haben. Das ist gerade für Menschen mit einer Laktose-Intoleranz von Nachteil.

Tabletten

Ein Vorteil der Tabletten sind die geringen Kosten. Sie sind darüber hinaus relativ lange haltbar, viele der angebotenen Tablettenpräparate brauchen nicht gekühlt werden und können, wie die Kapseln, leicht transportiert werden.
Jedoch sind sie oftmals auch probiotische Präparate mit einer geringeren Wirkung. Woran liegt das? Probiotika eignen sich schon in ihrer Zusammensetzung nicht unbedingt für eine Komprimierung. Damit man den maximalen Effekt erreicht, muss man beachten, dass die probiotischen Mikroorganismen bei ihrer Ankunft im Darm noch lebendig sein sollten. Um Probiotika jedoch in Tablettenform zu bringen, werden diese zusammen gepresst. Dabei wird es schwierig die Bakterien lebendig zu erhalten. Darüber hinaus werden die Inhaltsstoffe oftmals noch verdichtet, also mit Füllstoffen angereichert. Anschließend wird die Tablettenoberfläche für eine erleichterte Einnahme mit Gleitmitteln wie Kieselerde beschichtet. Sind die Tabletten farbig, wird bei der Beschichtung auch Farbstoff eingesetzt. Durch die Kombination aus vielen verschiedenen Zusätzen erleben viele Menschen Verdauungsprobleme. Man sollte sich also vorher über die genauen zusätzlichen Bestandteile des Präparats informieren.

Flüssigkeit

Dies ist die am seltensten vorkommende Form von probiotischen Präparaten. Dafür gibt es eine große Varietät an unterschiedlichen Produkten. Probiotische Getränke in Form von beispielsweise Kefir-Wasser oder probiotischen Säften findet man immer öfter in Reformhäusern oder Supermärkten.
Ein großer Vorteil liegt in der einfachen Einnahme, was besonders für sehr junge Kleinkinder, Kinder und ältere Menschen eine große Erleichterung darstellt. Viele Experten geben an, dass flüssige Probiotika die frischesten sind und damit eine gute Basis für gute Bakterien bilden.
Gleichzeitig sind sie aber auch sehr anfällig für Temperaturschwankungen und haben einen stärkeren Eigengeschmack. Deshalb werden probiotische Getränke, um den Geschmack zu überdecken, oft mit Geschmacksverstärkern wie ungesunden Zuckern angereichtert.
Der Großteil der flüssigen Probiotikapräparate muss gekühlt gelagert werden, wodurch sich ein Nachteil für Menschen ergibt, die viel reisen, da sich der der Kühltransport schwierig gestalten kann. Zu beachten ist auch, dass probiotische Getränke teils schwierig mit Mahlzeiten zu kombinieren sind. Beispielsweise das Kefir-Wasser lässt sich schwer mit Haferflocken und mit Milch kombinieren.

Quellen:
https://www.supplementbibel.de/probiotikum-test/
https://www.welt.de/vergleich/gesundheit/probiotikum-test/
https://probioticscouncil.org/probiotics-in-liquid-form-vs-probiotics-in-a-pill/

8. Einnahme von Probiotika

8.1 Aufbau der Darmflora

Probiotika können eingesetzt werden, wenn es gilt eine geschwächte Darmflora wieder aufzubauen. Dieser liegt oft eine geringe Bakterienvielfalt im Darm zugrunde. Ist das der Fall, kann es zu Blähungen, Durchfall oder andere Verdauungsproblemen kommen. Ursachen sind häufig eine Antibiotika-Behandlung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder das weit verbreitete Reizdarmsyndrom.

Quelle:
https://www.darmflora-ratgeber.de/probiotika.html

8.2 Nach der Einnahme von Antibiotika

Bei Antibiotika handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung bakterieller Infekte eingesetzt werden. Diese Arzneimittel haben, wie der Name schon sagt, das Ziel, schädliche und krankmachende Bakterien abzutöten. Der Einsatz von Antibiotika ist dann notwendig, wenn schlechte Bakterien in den Körper eingedrungen sind und sich dort vermehren. Denn dort können sie zum einen Entzündungen auslösen und zum anderen die Organe schädigen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Antibiotika: Die einen töten die “schlechten” Bakterien direkt ab, die anderen verhindern nur, dass sie sich weiter vermehren.
So nützlich und wirksam diese Medikamente auch sein mögen, es gibt leider auch eine Liste an negativen Aspekten, die durch die Einnahme von Antibiotika hervorgerufen werden können.
Antibiotika greifen nämlich nicht nur “schlechte”, also krankmachende sondern auch nützliche, für die menschliche Gesundheit essentielle Darmbakterien an. Das kann dazu führen, dass die Darmflora nach der Einnahme aus dem Gleichgewicht gerät. Das heißt, dass die Einnahme von Antibiotika zu einer sogenannten Dysbakterie führen kann - einem krankhaften Bakterien- Ungleichgewicht. Wenn die Bakterien in deinem Darm im Ungleichgewicht sind, kann dies von allgemeinen Darmbeschwerden bis hin zur Ausbildung von Autoimmunerkrankungen, einem geschwächten Immunsystem, diversen Lebensmittelunverträglichkeiten, Übergewicht und selten sogar zu psychischen Störungen führen. Zudem haben Studien gezeigt, dass es mehr als sechs Monate dauern kann, bis sich die Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika erholt.
Ein weiterer Nachteil dieser Arzneimittel ist es, dass die Einnahme zu einem gesundheitlichen Teufelskreis führen kann. Dieser beginnt mit der Schwächung des Immunsystems, welche das Auftreten von anderen Infekten und Pilzinfektionen begünstigt und daraufhin wieder medikamentös behandelt werden muss.
Daher ist es wichtig, mit der Einnahme von Antibiotika differenziert umzugehen. Es ist ratsam mit einem Arzt über die Einnahme zu sprechen und gegebenenfalls nach Alternativen zu suchen. Führt kein Weg an Antibiotika vorbei, ist es sinnvoll, sich mit der Wiederherstellung der eigenen Darmflora zu beschäftigen und sich darüber zu informieren, wie sie wieder in Balance gebracht werden kann. Hier kann die Einnahme von Probiotika helfen, da Darmbakterien eingenommen werden, welche sich dann in der Darmschleimhaut festsetzen, vermehren und die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen können.

Quellen:
https://biomes.world/de/wissenswertes/antibiotika/
https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/antibiotikabehandlung#
https://www.omni-biotic.com/at/blog/die-entdeckung-des-antibiotikums/

8.3 Chronisch entzündliche Darmkrankheiten - CED

Wenn sich der Darm erst einmal entzündet hat, sind Symptome wie anhaltender Durchfall, Bauchschmerzen und andauernde Kraftlosigkeit sehr wahrscheinlich. Die beiden wichtigsten Krankheitsbilder in der Kategorie der CED sind der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa.
Die beiden Krankheiten unterscheiden sich maßgeblich darin, welche Teile des Verdauungstraktes davon betroffen sind.
Der Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt - vom Mund bis zum After - betreffen. Meist treten die Entzündungen jedoch im Darmbereich, vermehrt in den Endabschnitten des Dünndarms auf. Generell sind die entzündeten Abschnitte im Verdauungstrakt des Kranken meist nicht zusammenhängend. Die gesunden und erkrankten Teile des Darms wechseln sich quasi ab. Morbus Crohn führt dazu, dass an den Entzündungsherden alle Darmschichten befallen sind oder teilweise regelrecht zerstört werden. Dies kann zu Abszessen, also Eitereinschlüssen oder auch zu Fisteln (die Entzündung gräbt “Gänge” durch das umliegende Gewebe) führen. Außerdem kann es zu Stenosen, also narbigen Verengungen im Darm kommen. Studien belegen, dass die Erkrankungsursache von Morbus Crohn eine starke genetische Komponente hat. Jedoch spielen auch andere Einflüsse auf den Organismus wie Körperhygiene, die Ernährungsweise und die Psyche eine wichtige Rolle.
Colitis ulcerosa heißt übersetzt Dickdarmentzündung mit Geschwüren. Diese Krankheit unterscheidet sich von Morbus Crohn dadurch, dass sich die Entzündung auf den Dickdarm beschränkt. Jedoch ist der Darm dann kontinuierlich, das heißt ohne entzündungsfreie Abschnitte dazwischen wie beim Morbus Crohn, befallen. Die Entzündung breitet sich von aboral nach oral aus, beginnt also im Enddarm (Rektum). Bei der Colitis ulcerosa ist ausschließlich die Schleimhaut und die oberste Schicht des Darms von der Entzündungen betroffen.

Bei beiden Krankheiten ist grundsätzlich die natürliche Barrierefunktion des Darms gestört. Diese ist dafür verantwortlich, krankheitserregende, schädliche Bakterien oder andere “Eindringlinge” vom Eindringen in die Darmschleimhaut und damit in den Körper abzuhalten. Durch die beeinträchtigte Abwehrkraft des Darms bei den CEDs können Bakterien jedoch in den Körper gelangen, was automatisch zu einer Abwehrreaktion des Körpers - einer lokalen, sowie systemischen Entzündungsreaktion führt, welche im Laufe der Zeit chronisch werden kann. Dies kann auch zu Symptomen führen, die außerhalb des Darms auftreten. Dazu gehören Symptome wie Entzündungen in Gelenken, Bändern, Muskeln, Haut, Augen und der Leber. Durch eine lang anhaltende Erkrankung des Dickdarms erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs erheblich.

Die Diagnose und Differenzierung dieser beiden Krankheiten kann sehr schwierig sein, da die auftretenden Symptome sehr ähnlich sind. Wenn es dem Arzt nicht möglich ist, eine dieser Krankheiten eindeutig zu diagnostizieren, wird von einer Colitis indeterminata gesprochen. Das bezeichnet eine Entzündung des Dickdarms (“Colitis”), welche nicht eindeutig zuordenbar (“indeterminiert”) ist.

CED werden nach der Intensität der Entzündungen klassifiziert und entsprechend behandelt. Bei akuten CED-Schüben wird meist mit Medikamenten behandelt, welche die Entzündungen kurzfristig hemmen sollen. Das Hauptziel bei der Behandlung von CED-Erkrankten ist es, den Patienten ein möglichst symptomfreies Leben zu ermöglichen.
Neueste Studien zeigen, dass auch die Gabe von Probiotika, die Symptome dieser Krankheiten reduzieren können. Dies bezieht sich auf Therapieverfahren, bei denen versucht wird, die Zusammensetzung der Darmschleimhaut durch mikrobiologische Korrekturen zu beeinflussen.

Quellen:
http://www.gastroenterologie.usz.ch/fachwissen/morbus-crohn-colitits-ulcerosa/Seiten/default.aspx
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2004/daz-26-2004/uid-12167

8.4 Das Reizdarmsyndrom

Wie der Name schon sagt, ist auch das Reizdarmsyndrom eine Krankheit, die den Darm betrifft. Genauer gesagt handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms. Betroffene leiden unter Blähungen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall.
Die genauen Ursachen für das Auftreten des Reizdarmsyndroms sind noch unklar. Jedoch wurden Zusammenhänge mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionen oder Stress festgestellt. Mittlerweile gehen Wissenschaftler davon aus, dass es nicht einen, sondern mehrere Typen des Reizdarmsyndroms gibt. Dafür spricht, dass inzwischen mehrere Reizdarm Unterarten identifiziert werden konnten, die sich hauptsächlich in den auftretenden Beschwerden unterscheiden. Außerdem wird vermutet, dass das Reizdarmsyndrom durch Wechselwirkungen des Gehirns, der Psyche und dem Bauch hervorgerufen werden kann. Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen das zentrale und das enterische Nervensystem über Nerven und Botenstoffe in engem Kontakt. Experten vermuten nun, dass das Darmnervensystem - auch Bauchhirn genannt - bei Personen, die am Reizdarmsyndrom erkrankt sind, überaktiv ist. Dies kann zum einen zu Beschwerden im Verdauungstrakt, zum anderen aber auch zu einer Beeinflussung der Psyche führen. Studien zeigen, dass das Reizdarmsyndrom häufig mit Depression, chronischem Stress, seelischen Traumata und Angststörungen einher geht. Grundsätzlich kann diese Krankheit jedoch nicht als psychisches Leiden bezeichnet werden.

Aber wodurch wird das Reizdarmsyndrom hervorgerufen?
  • Ernährung: Patienten, die unter einem gereizten Darm leiden, berichten häufig, dass sich bestimmte Lebensmittel negativ auf ihr Wohlergehen auswirken. Manchmal handelt es sich hierbei um sogenannte FODMAPS. Das sind bestimmte Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die in vielen verschiedenen Lebensmitteln vorkommen. Sehr verbreitet ist hierbei die Unverträglichkeit von bestimmten Zuckerarten wie Milchzucker oder Fruchtzucker. Auch Gluten, Klebereiweiße oder andere Inhaltsstoffe aus Weizen können Unverträglichkeiten hervorrufen.
  • Genetik: Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg haben festgestellt, dass Patienten, die am Reizdarmsyndrom erkrankt sind, häufig genetische Veränderungen aufweisen. Diese Veränderungen scheinen dazu zu führen, dass die Anzahl oder der Aufbau der Rezeptormoleküle in der Zellwand des Darms verändert ist. Dadurch wird die Weiterleitung der Reize im Darm gestört und es kommt zu einer Überreizung des Verdauungstraktes.
  • Darmflora: Studien zeigen auch, dass Reizdarmerkrankte im Vergleich zu gesunden Menschen eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora haben. Hierbei können einerseits einige Bakterienstämme häufiger vorkommen als bei Gesunden. Andererseits haben Erkrankte meist weniger verschiedene Arten an Darmbakterien in sich. Des weiteren können Antibiotika, chronischer Stress und Magen-Darm-Infektionen zu einer Veränderung der Darmflora führen. Wurde die Darmflora aus dem Gleichgewicht gebracht, kann dies zu einer Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen für den Betroffenen führen.
  • Entzündungen: Gerade bei Reizdarmpatienten, die unter häufigem Durchfall leiden, kann eine chronische, unterschwellige Entzündung der Darmschleimhaut eine tragende Rolle für dieses unangenehme Symptom spielen.
  • Darmbewegungen: Ist der Darm gesund, bewegt er sich regelmäßig und rhythmisch um den Darminhalt kontinuierlich weiter zu bewegen und durch den Körper zu befördern. Ist der Darm jedoch gereizt, kann dies dazu führen, dass sich die Darmbewegungen verändern. Bewegt sich die Darmmuskulatur langsamer als üblich, kann dies zu Verstopfungen führen. Bewegt sie sich schneller, sind Durchfälle das Resultat. Krämpfe der Darmmuskulatur können wiederum starke Bauchschmerzen auslösen.


Können Probiotika zur Behandlung des Reizdarmsyndroms eingesetzt werden?
Schätzungsweise vier bis zehn Prozent aller Deutschen leiden unter wiederkehrendem Durchfall, Bauchkrämpfen, Verstopfungen oder Blähungen. Durch die nachwievor ungeklärte Ursache des Reizdarmsyndroms wird die Behandlung erschwert und ist oftmals nicht zufriedenstellend.
Denn: Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, leidet die Gesundheit automatisch. Studien konnten mittlerweile belegen, dass sich der Stuhl von gesunden Personen deutlich vom Stuhl erkrankter Personen unterscheidet. Dies lässt wiederum auf eine Störung des Darmmikrobioms schließen. Um die Darmflora wieder in Balance zu bringen, kann die Einnahme von Probiotika sehr wirksam sein. Diese führen zu einer Stärkung der Darmbarriere und stärken somit die Abwehrkräfte gegenüber krankmachenden Erregern. Sie hemmen ebenfalls das Wachstum schädlicher Keime und deren Ansiedlung in der Darmschleimhaut. Sie lindern zudem Entzündungen, können das Immunsystem stärken und Darmbewegungen anregen.

Quellen:
https://www.apotheken-umschau.de/Reizdarm
https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/reizdarm-kann-erblich-sein.html
https://www.apotheken-umschau.de/Reizdarm/Wie-Probiotika-gegen-Reizdarm-helfen-524697.html

9. Probiotische Lebensmittel

Generell gibt es circa 400 verschiedene probiotische Bakterienstämme. Dabei sind die bekanntesten und auch die wichtigsten die sogenannten Milchsäurebakterien. Diese sind säuretolerant und können sich dadurch im Darm einfach ansiedeln und weiterverbreiten.
Probiotische Lebensmittel haben eine ganze Menge an positiven Effekten auf den Körper. Sie unterstützen das Immunsystem, helfen bei Durchfallerkrankungen und Verdauungsbeschwerden, verbessern die Infektabwehr und können sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken. Damit diese Bakterien ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie kontinuierlich und in ausreichender Menge aufgenommen werden. Sobald die Einnahme über eine gewisse Zeit unterbrochen wird, entwickelt sich die Darmflora in ihren Normalzustand zurück.

Das sind die Top 10 der gesündesten probiotischen Lebensmittel:
  • Joghurt: Joghurt ist eine der besten Quellen für Probiotika. Hierbei wird die enthaltene Milch durch Milchsäurebakterien fermentiert. Dabei gilt, je frischer der Joghurt, desto höher ist der Anteil an Milchsäurebakterien, die lebend in den Darm gelangen können.
  • Kefir: Kefir wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt. Anders als beim Joghurt sind darin aber nicht nur Milchsäurebakterien, sondern auch die sogenannte Kefirknolle enthalten. Dabei handelt es sich um einen Milchpilz, der Bakterien und verschiedene Hefen enthält. Durch diesen Pilz wird ein Teil des Milchzuckers in Milchsäure umgewandelt, der andere Teil wird zu Alkohol und Kohlensäure.
  • Sauerkraut: Durch das Zusetzen von Milchsäurebakterien zu Weiß- oder Spitzkohl wird die Fermentation hervorgerufen. Dadurch wird der Kohl leichter verdaulich und enthält viele lebende Bakterienkulturen, welche den Darm bei seiner täglichen Arbeit unterstützen.
  • Miso: Miso ist eine japanische Gewürzpaste, die meist aus Sojabohnen und Getreide (wie Reis oder Gerste) hergestellt wird. Durch die lange Reifezeit - teilweise sogar über ein Jahr - sorgen die Milchsäurebakterien dafür, dass die Paste gärt und so ihren typischen Geschmack bekommt. Miso enthält aber nicht nur eine Menge probiotischer Bakterien, sondern auch viele Proteine und Ballaststoffe, welche sich auch sehr positiv auf den Verdauungstrakt auswirken.
  • Saure Gurken: Saure Gurken werden in einer Mischung aus Wasser, verschiedenen Kräutern, Zucker und Salz angesetzt und durch die Milchsäuregärung haltbar. Auch dieses Nahrungsmittel zeichnet sich durch den hohen Anteil an Milchsäurebakterien aus und trägt dadurch zu einer intakten Verdauung und einem gesunden Immunsystem bei. Leider befinden sich nur in echten sauren Gurken Milchsäurebakterien - in den meisten Produkten, die man im Supermarkt kaufen kann, entsteht die Säure nicht durch Gärung sondern durch die Zugabe von Essig.
  • Kombucha: Kombucha ist ein Getränk, welches aus gezuckertem Kräuter- oder Schwarztee gewonnen wird. Durch die Zugabe des sogenannten Kombucha-Pilzes, fängt das Getränk an zu gären und bildet wiederum Milchsäure, Essigsäure, Kohlensäure und Alkohol. Die Teezubereitung hat positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit und weist eine antibakterielle Wirkung auf.
  • Apfelessig: Apfelessig besteht aus Äpfeln, die zuerst zu Apfelwein und dann zu Essig gären, wodurch wiederum wichtige Milchsäurebakterien gebildet werden. Apfelessig ist aber nicht nur probiotisch, sondern soll auch gegen Erkältungen, Gicht und Arthritis helfen.
  • Käse: Leider zählen nicht alle Käsesorten zu den probiotischen Lebensmitteln. Jedoch lässt sich generell sagen - je älter der Käse, desto höher ist die Anzahl an enthaltenen probiotischen Bakterien. Gute Probiotikaquellen sind Parmesan, Cheddar, Gruyere, Gouda und Mozzarella. Hier musst du wiederum darauf achten, dass pasteurisierte Käsesorten durch das Erhitzen keine lebenden probiotischen Bakterien enthalten.
  • Tempeh: Tempeh wird meist aus eingelegten und fermentierten Sojabohnen oder Körnern hergestellt. Ähnlich wie Tofu hat er eine fleischartige Konsistenz, ist zudem geschmacks- und geruchslos. Durch die Fermentation bilden sich wiederum viele Milchsäurebakterien. Dadurch ist Tempeh gerade für Veganer und Vegetarier eine sehr gute Quelle für Probiotika.
  • Kimchi: Kimchi ist ein koreanisches Nationalgericht, welches aus fermentiertem Chinakohl hergestellt wird. Der Kohl wird während der Fermentation mit Knoblauch, Ingwer, Chiliflocken und Fischsauce angereichert und bekommt dadurch seine typische rötliche Farbe. Kimchi gilt als eines der gesündesten Lebensmittel der Welt! Denn neben den Milchsäurebakterien enthält das Gericht viele Ballaststoffe, Proteine, sowie Vitamin A, B und C.

Quellen:
https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/probiotische-lebensmittel
https://www.myself.de/leben/ernaehrung/galerie-probiotika/

10. Nebenwirkungen

Generell wird meist nur von äußerst positiven Effekten gesprochen, die durch Probiotika hervorgerufen werden. Probiotika haben positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit, das Verdauungssystem, das Herz-Kreislaufsystem, die Psyche und noch viel mehr. Aber gibt es denn auch Nebenwirkungen, die durch die Einnahme auftreten können?
Grundlegend muss hier eine Sache festgehalten werden. Es gibt eine Menge unterschiedlicher probiotischer Produkte auf dem Markt, welche sich in ihrer Zusammensetzung aus unterschiedlichsten Bakterienstämmen und Inhaltsstoffen unterscheiden. Durch die individuelle Konzeption der Produkte können ganz unterschiedliche Wirkungen und Eigenschaften hervortreten, daher ist eine Pauschalisierung von Probiotika und deren Nebenwirkungen letztendlich schwierig. Außerdem kommt es zusätzlich auf den Gesundheitszustand des Menschen an, der das Präparat zu sich nimmt.

Die häufigsten durch Probiotika hervorgerufenen Nebenwirkungen sind Blähungen und/oder Durchfall oder Verstopfung. Hierbei kann es sich jedoch auch um eine sogenannte “Erstverschlimmerung” (siehe unten) handeln. Verschwinden die Beschwerden jedoch nach wenigen Tagen oder Wochen nicht, sollte die Einnahme wieder beendet werden. Letztendlich ist eine Erstverschlimmerung jedoch ein gutes Zeichen, da dies bedeutet, dass die zugeführten Bakterienstämme im Darm ankommen sind und dort für Veränderungen sorgen. Die Erstverschlimmerung sollte generell nicht länger als zwei Wochen andauern. Zeigt sich nach dieser Zeit immer noch keine eindeutige positive Veränderung, kann es sich um eine Probiotika Unverträglichkeit handeln.
Bei übermäßigem Konsum (also in viel zu großen Mengen) können auch Fehlbesiedlungen des Darms oder sogar Verwirrtheitszuständen resultieren. Studien zeigten, dass Personen, die viele verschiedene Probiotikapräparate gleichzeitig einnahmen, mit der Zeit kognitive Probleme bekamen. Außerdem kann eine Überdosierung über einen längeren Zeitraum dazu führen, dass sich Bakterienkulturen auch im Dünndarm ansiedeln. Die Kolonisation im Dünndarm hat zur Folge, dass Wasserstoff und Methan entsteht, was wiederum Blähungen und Bauchschmerzen hervorrufen kann. Dass die Fehlbesiedelung des Dünndarms letztendlich für die Beschwerden der Personen verantwortlich waren, zeigte sich, als die Betroffenen die Einnahme der Probiotika eingestellt haben und mit Antibiotika behandelt wurden, denn bei 70% besserten sich die gastrointestinalen Symptome und bei 85% verschwanden die Verwirrtheitszustände komplett.

Prinzipiell gilt:
  • Erstverschlimmerung: Anfängliche Symptome wie Blähungen, Flatulenzen, Durchfall oder Verstopfung können ein Hinweis darauf sein, dass die Probiotika wirken und Veränderungen in deinem Verdauungstrakt hervorrufen. Das bedeutet langfristig - es wird bergauf gehen!
  • Unverträglichkeit: Wenn Symptome wie Blähungen und/oder Durchfall oder Verstopfung nach ca. zwei Wochen nicht verschwinden, handelt es sich nicht um eine Erstverschlimmerung, sondern gegebenenfalls um eine Unverträglichkeit. Die Einnahme sollte dann ein- oder umgestellt werden.
  • Kombination verschiedener Präparate: Gerade die Einnahme von verschiedenen Präparaten gleichzeitig sollte vermieden werden, außer sie wurde von einem Arzt oder Apotheker bewusst angeordnet.

Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2018-08/darmbesiedlung-probiotika-haben-nebenwirkungen/
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/probiotika/probiotika-und-ihre-nebenwirkungen-810802

11. Schluss

In diesem Journalbeitrag haben wir dir alle wichtigen Informationen zum Aufbau des Darms, deinem ganz individuellen und einzigartigen Mikrobiom und der Darmflora zusammengetragen, damit du alle Hintergründe zu unseren Produkten genau verstehen kannst.
Zudem hast du genauer erfahren, was Pro- und Präbiotika sind, welche Bestandteile unsere Dailybacs sonst noch enthalten und welche Gründe für eine Einnahme sprechen. Wir haben dir kritisch aufgelistet, welche Einnahmeformen von Probiotika es gibt, um dir die passende Auswahl zu vereinfachen. Damit es dir leichter fällt zu verstehen, wie genau die einzelnen Bakterien in deinem Darm funktionieren und wofür die kleinen Helferlein zuständig sind, haben wir dir die drei Wichtigsten kurz erklärt.
Du warst dir bis jetzt noch nicht so ganz sicher, ob die Einnahme von Probiotika für dich das Richtige ist und wann man Probiotika überhaupt zu sich nehmen sollte? Dann hoffen wir, dass wir auch diese Frage in unserem Journaleintrag klären konnten.
Wir haben zum Einen aufgezeigt, was deinem Darm schadet - verarbeitete Lebensmittel, Nikotin, Stress etc. - aber auch, mit welchen Lebensmitteln du dein Mikrobiom unterstützen und deine allgemeine Gesundheit fördern kannst.
Wir hoffen sehr, dass wir viele deiner Fragen klären konnten und du jetzt den vollen Durchblick zum Thema Darmgesundheit und Probiotika hast. Falls du doch noch Fragen hast, oder es Themen gibt, die dir immer noch nicht detailliert genug erläutert wurden, kannst du uns gerne über info@mybacs.com kontaktieren. Wir werden auch hier unser Bestes geben, alle deine Fragen zu klären!

 

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