Was macht Stress mit unserem Körper?

Stress und die Auswirkungen auf den Körper
“[...] Stress ist ein physischer, mentaler oder emotionaler Faktor, der körperliche oder mentale Spannung verursacht.” (Medicine.net). Dabei muss Stress aber nicht zwingend negativ sein. Stress also ist nicht per se etwas Schlechtes, es kommt nur darauf an, wie man ihn empfindet. Der Stress einer aufregenden, kreativen und erfolgreichen Arbeit ist durchaus förderlich, während der Stress eines Misserfolgs, einer Demütigung oder einer Infektion auch schädlich sein kann. Das liegt daran, dass es zwei verschiedene Stressarten gibt - nämlich Eu- und Distress. Dabei geht Eustress mit einem überwiegend angenehmen Gefühl einher, gewisse Herausforderungen meistern zu können, etwas zu schaffen; diese Stress-Form kann sogar beflügeln und das Leistungsvermögen steigern. Distress hingegen schädigt den Menschen durch permanente Überforderung auf die Dauer in psychischer und physischer Hinsicht.
Stress ist die Antwort des Körpers auf äußerlichen oder inneren Druck. Die Situationen und Einflüsse, die diesen Zustand auslösen, werden auch Stressoren genannt. Jedoch ist das Stressempfinden und auch die Wahrnehmung des Gefühls bei jedem Menschen unterschiedlich. Für jede Person gelten andere Situationen oder Umstände als stressig - das hängt meist von der eigenen Wahrnehmung ab. Dennoch lassen sich natürlich einige Gemeinsamkeiten unter den Ursachen für Stressgefühl finden, die wahrscheinlich fast jeden Menschen hier und da mal belasten. Die vier meist verbreiteten Stressoren sind Finanzen, Beziehungen, Arbeit und Veränderungen in der eigenen Lebenssituation. 
Stress ist aber noch viel mehr als ein Gefühl - er hat durchaus Auswirkungen auf unseren Körper und damit auch auf unsere mentale als auch physische Gesundheit. Das Gefühl von Anspannung kann also den gesamten Körper, unsere Emotionen, Wahrnehmung und auch unser Verhalten beeinflussen. Zu viel Stress macht sich aber auch äußerlich bemerkbar - einerseits durch die Haut, andererseits kann Stress unter anderem durchaus das Herz und den Darm negativ beeinflussen. 
Wie wirkt sich Stress auf die Haut aus? 
Stress kann sich durch folgende Symptome auf der Haut sichtbar machen: Akne, Ausschläge und Rosacea. Aber woran liegt das? Die Hormone, die in stressigen Situationen ausgeschüttet werden, können dazu führen, dass die Haut mehr Öl produziert. Dieses Öl wiederum kann die Poren verstopfen und dadurch zu Pickeln und Unreinheiten führen. Auch Immunreaktionen auf Stress können Rosazea oder Hautausschläge verschlimmern. 
Was hat Stress mit dem Herzen zu tun? 
Stress führt dazu, dass sich die Herzfrequenz, der Blutdruck und auch die Körpertemperatur erhöhen. Das liegt daran, dass das Herz in stressigen Situationen schneller schlägt und so der Blutdruck ansteigt, um den Körper auf die Situation und den Umstand vorzubereiten. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass chronischer Stress die Wahrscheinlichkeit und das Risiko auf einen Herzinfarkt erhöhen kann. 
Welche Auswirkungen hat Stress auf den Darm?
Vielleicht kennst du diese Situation: Du bist vor einer wichtigen Prüfung oder Präsentation und auf einmal fängt dein Bauch heftig an zu rumoren. Und das kommt nicht von ungefähr - denn an Sprichwörtern wie “das schlägt mir auf den Magen” ist durchaus was dran! Stress kann also beispielsweise zu Durchfall, Blähungen, aber auch zu Verstopfung führen und gleichzeitig das Entzündungsrisiko im Körper erhöhen. Das liegt daran, dass bestimmte Hormone die Darmbewegungen beeinflussen und so Krämpfe verursachen können. Wenn diese Krämpfe gleichmäßig über den Darm verteilt auftreten, bekommst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Durchfall. Wenn dein Verdauungstrakt jedoch nur an einer Stelle krampft, kann dies auch zu Verstopfungen führen. Andauernder Stress kann aber nicht nur zu diesen vermeintlich harmlosen Symptomen führen, sondern konnte wissenschaftlich auch mit dem Auftreten von Krankheiten, wie dem Reizdarmsyndrom oder anderen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht werden. Wusstest du übrigens, dass 80% der Kommunikation zwischen Darm und Hirn vom Darm ausgehen? Der Darm wird also nicht ohne Grund auch "Bauchhirn" genannt. Die Kommunikation findet über die Darm-Hirn-Achse. Mehr dazu erfährst du HIER. So, das klingt jetzt wahrscheinlich alles sehr negativ, aber wir haben auch gute Nachrichten für dich. Denn neueste Forschungen konnten zeigen, dass bestimmte Bakterien oder auch Bakterienstämme - auch Psychobiotika genannt - die Psyche und damit auch das Gehirn positiv beeinflussen können. Das bedeutet also, dass inzwischen ein Zusammenhang zwischen bestimmten psychischen und neurologischen Problemen und Darmbeschwerden erkannt wurde. 
Wie zuvor schon erläutert, können neben den körperlichen Symptomen auch andere Reaktionen durch Stress hervorgerufen werden. Stellt man bei sich fest, dass sich grundlegend eine Gereiztheit oder auch Niedergeschlagenheit über längere Zeit einstellt hat, so kann hier durchaus ein erhöhtes, möglicherweise länger anhaltendes Stresslevel verantwortlich sein. Denkst du wahnsinnig viel nach und verlierst dich immer wieder in Grübelkreisläufen, die dich nicht nur tagsüber beschäftigen, sondern dir auch den Schlaf rauben? Das kann ebenso an zu viel Stress liegen. Auch ein verändertes Essverhalten - egal ob Nicht-Essen oder Vollstopfen kann als Stressreaktion eingeordnet werden! 
Häufig sind es aber - zusätzlich zu äußeren Einflüssen - die eigenen, persönlichen Denkmuster und Einstellungen, die auf uns als Stressbeschleuniger wirken. Dazu zählt beispielsweise die eigene Anspruchshaltung, die nur durch beste Ergebnisse zufriedengestellt werden kann. Aber auch der Wunsch nach Fehlerfreiheit kann sich auf den Körper negativ, beziehungsweise stressig auswirken. Auch der Wunsch nach umfassender Beliebtheit, Anerkennung und Freundschaft ein Stressfaktor aus dem sozialen Kontext sein. Ebenso kann die Einstellung, alle Aufgaben selbst erledigen zu müssen, nichts delegieren zu “dürfen” oder zu “können” - insgesamt Unterstützungsangebote abzulehnen, das Stresserleben immens verstärken. 
Die vier Stufen von Stress: 
  1. Diese Stufe beinhaltet kurzfristige, meist innerhalb weniger Momente spontan abklingende Ereignisse. 
  2. Diese Situation wird durch eine akute, länger anhaltende Stressreaktion infolge einer weiteren Belastung gekennzeichnet. 
  3. Darauf aufbauend summieren sich in Stufe drei zahlreiche Stressereignisse in einem bestimmten Zeitraum, hier kann es bereits zu vegetativen Veränderungen kommen. Das bedeutet beispielsweise ein erhöhter Puls, Blutdruck oder Muskeltonus. 
  4. Die letzte Stufe bezeichnet einen Zustand chronischer und damit gesundheitsgefährdender Stressreaktion. 
Wie gehe ich am besten mit Stress um?
Im Alltag, als auch im Berufsleben ist es für die mentale und physische Gesundheit durchaus wichtig, eigene Strategien zu entwickeln, die uns entspannen und runterkommen lassen. Es ist essentiell Wege zu finden, um sich ausreichend Erholung und Ausgleich im stressigen Alltag des modernen Lebens zu gönnen. Dafür eignet sich jede Art von Bewegung im Alltag. Dazu kann ein Spaziergang in der Mittagspause, der Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad oder zu Fuß, die Yogastunde am Abend oder auch einfaches Treppensteigen gehören. 
Wie vorher schon beschrieben, kann aber auch das eigene Denken das Stressempfinden immens beeinflussen. Es gibt verschiedene Wege, um hier gegenzuwirken. Beispielsweise kann es hilfreich sein, die eigenen ungünstigen Denkmuster zu reflektieren, zu hinterfragen und zu versuchen diese nach und nach ins Positive zu verändern. Dazu gehört sich von negativen Gedankenkreisläufen, welche meist in selbstschädigender Weise bei Misserfolg auftreten, zu distanzieren - jedoch bedarf dies einiger Übung und Durchhaltevermögen. Was kann man tun, um aus solchen Denkmustern auszubrechen? Versuche dir in diesen Situation beispielsweise, vor Augen zu führen, was du schon alles erreicht hast oder auch wie ähnliche Situationen in der Vergangenheit positiv ausgegangen sind. 
Auch ein gut strukturierter Tag, möglichst viel Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung (Ernährung kann durchaus große Auswirkungen auf dein Stressempfinden haben - lies HIER mehr dazu!), angenehme Gesellschaft und Zeit mit Personen, denen man sich anvertrauen kann, geistige Impulse, Meditation und kulturelle Aktivitäten können sich hier positiv auswirken. 
Welche Methode zur Stressbewältigung für dich am besten ist, können wir dir hier nicht vorschreiben. Jedoch gilt, dass du dich mit diesem Thema im Alltag durchaus aktiv befassen und deine Strategie für weniger Stress entwickeln solltest, denn das Gefühl ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch ungesund. Und wie wir wissen, ist es meist der eigene Kopf und die eigenen Gedanken, die Situationen stressig machen. Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung - bewusstes Atmen. 
Breathe in, hold, breathe out, repeat. 
Mehr zum Thema Stress, mentale Gesundheit, Ernährung findest du in unseren Healthy Guide Juli und in unserer Special Edition, dem Healthy Mind Guide.
Quellen: 

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