Einleitung Probiotika
Der Darm ist das Triebwerk unserer Gesundheit und seine Funktionen gehen weit über die Nahrungsverdauung hinaus. Läuft es dort also nicht so ganz rund, verliert unser gesamter Körper an Kraft und das beeinflusst die Prozesse von Kopf bis Fuß, von der physischen bis hin zur psychischen Ebene. Aufgrund unseres modernen Lebensstils, können wir uns vor industriell gefertigten Lebensmitteln und toxischen Umwelteinflüssen nur bedingt schützen. Denn all diese Einflüsse, wirken sich direkt auf unseren Darm aus und dies zieht unseren allgemeinen Gesundheitszustand gleichermaßen in Mitleidenschaft. Dies kann sich auf direktem Wege als klassische Verdauungsprobleme wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Verstopfungen äußern, aber genauso durch schlechte Haut, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme. Das Darmmikrobiom, die Zusammensetzung der “guten” und “schlechten” Bakterien die sich an der Darmwand ansiedeln, spielen dabei eine wichtige Rolle. Es kann als die Zentrale unseres Immunsystems betrachtet werden und schützt uns vor vielen Erkrankungen. Eine gesunde Darmflora schützt die Darmschleimhäute, trägt zur verbesserten Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen bei und ist verantwortlich für die Produktion essentieller Substanzen, die wir nicht durch unsere Nahrung aufnehmen können. Doch so viele Funktionen unsere Darmflora auch hat, ist sie bedauerlicherweise auch in hohem Maße anfällig. Denn sie funktioniert nur durch ein reibungsloses Zusammenspiel der unterschiedlichen Organismen und nur in der perfekten Symbiose mit dem Wirt - unserem Körper. Die Darmflora gerät durch unterschiedliche Einflüsse schnell in ein Ungleichgewicht, eine Dysbiose. Dem können wir jedoch mit den richtigen Gewohnheiten und Hilfsmitteln entgegenwirken. Probiotika können diese Aufgabe hervorragend übernehmen, denn sie tragen effektiv dazu bei, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen und sie mit der regelmäßigen Einnahme schlussendlich in diesem Gleichgewicht zu halten. Dabei ist es enorm wichtig, genau auf die Qualität der Probiotika zu achten, sie richtig einzunehmen und sich unterstützend gesund zu ernähren. Mehr zu den Themen Darm, Darmflora, Mikrobiom und die entscheidende Rolle von Probiotika, erfährst du hier.
Was sind Probiotika?
Nach der Definition der WHO sind Probiotika lebende Mikroorganismen, die einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden.
Wie kommen Probiotika zu ihrem Namen? “Pro bios” übersetzt aus dem lateinischen bedeutet “für das Leben”, was auch ziemlich genau ihrer Funktion entspricht. Probiotika dürfen nur als solche bezeichnet werden, wenn sie folgende vier Kriterien erfüllen:
- Eine nachweislich gesundheitsfördernde Wirkung für den Konsumenten
- Die Produktion von Milchsäure und anderen Substanzen mit bakteriostatischer oder bakterizider Wirkung
- Sie müssen die Magenpassage überleben und im Darm vermehrungsfähig sein
- Es muss ein Nachweis von genetischer Stabilität vorliegen, um krankmachende Mutationen ausschließen zu können
Probiotika gehören nicht erst seit kurzem, sondern tatsächlich schon seit geraumer Zeit in Form von fermentierten Lebensmitteln zur Ernährung des Menschen. Heute erhält man sie auch frei verkäuflich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in Apotheken, online oder in Lebensmittelgeschäften.
Probiotika haben die Fähigkeit, Krankheitserreger auf gleich mehrere Arten anzugreifen. Indem sie Darmwände besiedeln, verhindern sie, dass krankmachende Bakterien und Gifte über die Darmwand in den Körper gelangen.
Diese Krankmacher können von einigen probiotischen Mikroorganismen dank antimikrobiellen Wirkung auch direkt getötet werden. Das geschieht indem ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen wird, wobei sie Kohlenhydrate in kurzkettige Fettsäuren umwandeln. Probiotika sind also die guten Bakterien, die den Darm besiedeln und die dafür sorgen, dass die Darmflora gesund bleibt. Ist deine Darmflora intakt, gelingt es deinem Körper besser, Nährstoffe wie Vitamine oder Enzyme aus Lebensmitteln aufzunehmen. Parallel dazu wird dein Immunsystem durch die probiotischen Darmbakterien gestärkt.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass Probiotika bei jedem Menschen eine individuelle Wirkung haben können und es auch Personen gibt, bei denen Probiotika gar nicht wirken. Woran das liegt? Ob sich die guten Bakterien im Darm ansiedeln, ist abhängig vom ursprünglichen Zustand des jeweiligen Mikrobioms und spezifischen Genexpressionsmustern im Magendarmtrakt. In jedem Fall gilt aber, dass Probiotika regelmäßig zugeführt werden müssen, um eine aktive Wirkung zu erzielen.
Die bekanntesten Vertreter der Probiotika sind die Laktobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien und Enterokokken.
Quellen:
https://www.supplementbibel.de/probiotikum-test/
https://www.darmflora-ratgeber.de/probiotika.html
Was sind Präbiotika?
Präbiotika, auch Prebiotika genannt, sind Bestandteile von Lebensmitteln, die nicht verdaulich sind. Es handelt sich also um keine lebenden Organismen, sondern um Ballaststoffe. Sie regen die Aktivität von diversen Bakterienarten im Darm an und können die Darmflora dadurch positiv beeinflussen. Die meisten Präbiotika sind in Kohlenhydraten enthalten. Beispiele hierfür sind Frukto-, Galakto- und Sojaoligosaccharide. Das bekannteste Präbiotikum ist jedoch Inulin.
Präbiotika dienen als Nahrungsmittel für die im Darm befindlichen Bakterien. Gerade Bifidobakterien und Laktobazillen profitieren davon (erfahre später mehr über die einzelnen Bakterienstämme!). Die Darmbakterien sind dafür zuständig, Oligosaccharide in kurzkettige Fettsäuren umzuwandeln. Dadurch sinkt der pH-Wert des Darms und die Umgebung wird sauer. Das Gute an Präbiotika ist, dass sie den Dünndarm weitestgehend unverdaut durchreisen, das bedeutet, dass sie den guten Bakterien im Dickdarm als Nahrungsquelle dienen können. Ist die Darmflora im Gleichgewicht, können krankmachende Bazillen sich schlechter verbreiten. Außerdem bessert sich die Verdauung - Darmträgheit und Verstopfung kann vermieden werden. Bei Präbiotika handelt es sich um Ballaststoffe. Das bedeutet, dass noch weitere positive Eigenschaften hinzukommen wie zum Beispiel eine verbesserte Aufnahme und Verwertung von Kalzium, sinkende Blutzuckerwerte und ein sinkendes Darmkrebsrisiko.
Quelle:
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/praebiotika/
Was sind Synbiotika?
Die Mischung machts! Probiotika alleine bringen schon sehr viele gesundheitliche Vorteile mit sich, wenn wir sie im richtigen Maß - also genügend davon - zu uns nehmen. Den besten Effekt erhält man jedoch, wenn man ein Probiotikum mit einem Präbiotikum kombiniert. Daraus ergibt sich dann ein Synbiotikum (lat. syn = zusammen, gemeinsam). Wie es das Wort schon impliziert, hat ein Synbiotikum deutlich bessere Effekte auf unser Darm-Mikrobiom, als ein Probiotikum oder Präbiotikum jeweils einzeln.
Nebenwirkungen
Generell wird meist nur von äußerst positiven Effekten gesprochen, die durch Probiotika hervorgerufen werden. Probiotika haben positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit, das Verdauungssystem, das Herz-Kreislaufsystem, die Psyche und noch viel mehr. Aber gibt es denn auch Nebenwirkungen, die durch die Einnahme auftreten können?
Grundlegend muss hier eine Sache festgehalten werden. Es gibt eine Menge unterschiedlicher probiotischer Produkte auf dem Markt, welche sich in ihrer Zusammensetzung aus unterschiedlichsten Bakterienstämmen und Inhaltsstoffen unterscheiden. Durch die individuelle Konzeption der Produkte können ganz unterschiedliche Wirkungen und Eigenschaften hervortreten, daher ist eine Pauschalisierung von Probiotika und deren Nebenwirkungen letztendlich schwierig. Außerdem kommt es zusätzlich auf den Gesundheitszustand der Person an, die das Präparat zu sich nimmt.
Die häufigsten durch Probiotika hervorgerufenen Nebenwirkungen sind Blähungen und/oder Durchfall oder Verstopfung. Hierbei kann es sich jedoch auch um eine sogenannte “Erstverschlimmerung” (siehe unten) handeln. Verschwinden die Beschwerden jedoch nach wenigen Tagen oder Wochen nicht, sollte die Einnahme wieder beendet werden. Letztendlich ist eine Erstverschlimmerung jedoch ein gutes Zeichen, da dies bedeutet, dass die zugeführten Bakterienstämme im Darm ankommen sind und dort für Veränderungen sorgen. Die Erstverschlimmerung sollte generell nicht länger als zwei Wochen andauern. Zeigt sich nach dieser Zeit immer noch keine eindeutige positive Veränderung, kann es sich um eine Probiotika Unverträglichkeit handeln.
Bei übermäßigem Konsum (also in viel zu großen Mengen) können auch Fehlbesiedlungen des Darms oder sogar Verwirrtheitszuständen resultieren. Studien zeigten, dass Personen, die viele verschiedene Probiotikapräparate gleichzeitig einnahmen, mit der Zeit kognitive Probleme bekamen. Außerdem kann eine Überdosierung über einen längeren Zeitraum dazu führen, dass sich Bakterienkulturen auch im Dünndarm ansiedeln. Die Kolonisation im Dünndarm hat zur Folge, dass Wasserstoff und Methan entsteht, was wiederum Blähungen und Bauchschmerzen hervorrufen kann. Dass die Fehlbesiedelung des Dünndarms letztendlich für die Beschwerden der Personen verantwortlich waren, zeigte sich, als die Betroffenen die Einnahme der Probiotika eingestellt haben und mit Antibiotika behandelt wurden, denn bei 70% besserten sich die gastrointestinalen Symptome und bei 85% verschwanden die Verwirrtheitszustände komplett.
Prinzipiell gilt:
- Erstverschlimmerung: Anfängliche Symptome wie Blähungen, Flatulenzen, Durchfall oder Verstopfung können ein Hinweis darauf sein, dass die Probiotika wirken und Veränderungen in deinem Verdauungstrakt hervorrufen. Das bedeutet langfristig - es wird bergauf gehen!
- Unverträglichkeit: Wenn Symptome wie Blähungen und/oder Durchfall oder Verstopfung nach ca. zwei Wochen nicht verschwinden, handelt es sich nicht um eine Erstverschlimmerung, sondern gegebenenfalls um eine Unverträglichkeit. Die Einnahme sollte dann ein- oder umgestellt werden.
- Kombination verschiedener Präparate: Gerade die Einnahme von verschiedenen Präparaten gleichzeitig sollte vermieden werden, außer sie wurde von einem Arzt oder Apotheker bewusst angeordnet.
Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2018-08/darmbesiedlung-probiotika-haben-nebenwirkungen/
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/probiotika/probiotika-und-ihre-nebenwirkungen-810802
Schluss
In diesem Journalbeitrag haben wir dir alle wichtigen Informationen zum Aufbau des Darms, deinem ganz individuellen und einzigartigen Mikrobiom und der Darmflora zusammengetragen, damit du alle Hintergründe zu unseren Produkten genau verstehen kannst.
Zudem hast du genauer erfahren, was Pro- und Präbiotika sind und welche Gründe für eine Einnahme sprechen. Wir haben dir kritisch aufgelistet, welche Einnahmeformen von Probiotika es gibt, um dir die passende Auswahl zu vereinfachen. Damit es dir leichter fällt zu verstehen, wie genau die einzelnen Bakterien in deinem Darm funktionieren und wofür die kleinen Helferlein zuständig sind, haben wir dir die drei Wichtigsten kurz erklärt.
Du warst dir bis jetzt noch nicht so ganz sicher, ob die Einnahme von Probiotika für dich das Richtige ist und wann man Probiotika überhaupt zu sich nehmen sollte? Dann hoffen wir, dass wir auch diese Frage in unserem Journaleintrag klären konnten.
Wir haben zum Einen aufgezeigt mit welchen Lebensmitteln du dein Mikrobiom unterstützen und deine allgemeine Gesundheit fördern kannst.
Wir hoffen sehr, dass wir viele deiner Fragen klären konnten und du jetzt den vollen Durchblick zum Thema Darmgesundheit und Probiotika hast. Falls du doch noch Fragen hast, oder es Themen gibt, die dir immer noch nicht detailliert genug erläutert wurden, kannst du uns gerne über support@mybacs.com kontaktieren. Wir werden auch hier unser Bestes geben, alle deine Fragen zu klären!