Bakterien und die Sporenbildung

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Bakterien und die Sporenbildung

Dr. Adrian Weingart

Bakterien und die Sporenbildung

Mit diesem Artikel möchten wir dir noch mehr Infos zum Thema Bakterien im Allgemeinen geben und was es eigentlich mit dem Begriff Sporenbildung auf sich hat.

 

1. Was sind eigentlich Bakterien und welche Unterschiede gibt es? 



Bakterien sind einzellige Mikroorganismen, die zu den Prokaryoten gehören. Das bedeutet, dass sie keinen Zellkern haben und ihr Erbgut direkt im Cytoplasma liegt. Sie sind oft sehr klein und können mit bloßem Auge nicht gesehen werden. Was du bestimmt schon weißt ist, dass Bakterien nahezu in allen Lebensräumen gefunden werden können, wie z.B. im Boden, im Wasser, aber natürlich auch im menschlichen Körper. Es gibt viele verschiedene Arten von Bakterien, die sich morphologisch in 3 Grundformen unterscheiden lassen: die Stäbchen-, die Kokken- und die Spirillenform. 
Aber auch die Struktur, das Färbungsverhalten, die Übertragungswege oder die Fähigkeit zur Sporenbildung sind mögliche Eigenschaften anhand denen man Bakterien klassifizieren kann. Wichtig zu erwähnen ist aber, dass in der Wissenschaft die phylogenetische Klassifikation (Stammesgeschichte) der Bakterien auf Basis der molekularen Strukturen dieser Organismen aufgebaut wird. Einfach gesagt bedeutet das, dass sich mit abnehmendem Verwandtschaftsgrad sich die molekularen Strukturen in ihrer Zusammensetzung immer mehr unterscheiden. 
Bakterien erfüllen im menschlichen Körper verschiedene Aufgaben, von denen viele lebensnotwendig sind. Einige Bakterienarten leben in unserem Verdauungstrakt und helfen bei der Verdauung von Nahrungsmitteln, indem sie unverdauliche Kohlenhydrate abbauen. Andere Bakterien produzieren Vitamine, die für den menschlichen Körper essentiell sind. 
Wieder andere Bakterien können auch als Schutz gegen krankheitserregende Bakterien wirken, zum Beispiel indem sie die Besiedlung von Schleimhäuten mit “schlechten” Bakterien verhindern. Denn nicht alle Bakterien sind für den menschlichen Körper hilfreich. Pathogene Bakterien können Krankheiten verursachen, indem sie Gewebe beschädigen oder Toxine produzieren. Dadurch können Infektionen wie beispielsweise Lungenentzündungen, Magen-Darm-Infektionen oder Harnwegsinfektionen entstehen.

 

2. Was versteht man unter Sporenbildung? Was sind die entscheidenden Unterschiede zwischen sporenbildenden und nicht sporenbildenden Bakterien?

 

Unter Sporenbildung versteht man den Prozess, bei dem Bakterien spezielle Überlebensstrukturen bilden, die als Sporen bezeichnet werden. Sporenbildende Bakterienstämme sind in der Lage, diese “Schutzhülle” aus Proteinen und anderen Molekülen um sich herum zu bilden. 
Diese Sporen sind sehr widerstandsfähig gegenüber extremen Bedingungen wie Hitze, Trockenheit, UV-Licht und vielen Chemikalien. Die Bakterienstämme können in einen Ruhezustand gehen und ihre normale metabolische Aktivität reduzieren, wenn die Umweltbedingungen schlecht werden. Wenn die Bedingungen wieder günstig werden, können die Sporen keimen und sich zu aktiven Bakterien vermehren. 
Beispiele für sporenbildende Bakterienarten sind Bacillus anthracis oder Clostridium botulinum. Hingegen sind nicht sporenbildende Bakterien Organismen, die keine Sporen bilden. Ein Beispiel  sind z.B. die Bakteriengattungen Bifido- und Lactobacillus Bakterien. Sie kommen unter anderem in unserem Darm vor und gelten als "gute", also gesundheitsfördernde Darmbakterien. Morphologisch betrachtet sind sie überwiegend stäbchenförmig und grampositiv. 

 

3. Warum haben wir uns grundsätzlich für die Bakterienstämme in unseren Produkten entschieden?


 

Wie du mittlerweile weißt, ist der menschliche Darm ein äußerst komplexes Ökosystem, das von einer Vielzahl von Bakterien besiedelt wird. Im Mikrobiom des Darms leben sowohl sporenbildende Bakterien wie Bacillus oder Clostridium, als auch eine bedeutende Anzahl und Vielfalt von nicht sporenbildenden Bakterien. Zu diesen nicht sporenbildenden Bakterien gehören zum Beispiel Lactobacillus plantarum LP01 und Bifidobacterium breve BR03. Diese beiden Bakterienstämme findest du unter anderem auch in unseren Dailybacs.
In der Wissenschaft, aber auch in der Gesellschaft wird häufig diskutiert, wie gut Probiotika (also die Bakterien) die Reise durch den Magen-Darm-Trakt überleben und dort auch ankommen, wo sie sollen, nämlich im Dickdarm. Zwei Faktoren, die den Bakterien das Überleben auf ihrer Reise erschweren, sind die Magensäure und die Gallensalze. 
Leider werden hier in Werbung und Medien immer wieder falsche Informationen zu sporenbildenden / nicht-sporenbildenden Bakterien und zu magensaftresistenten Kapseln verbreitet. 


Die wissenschaftliche Evidenz belegt, dass Bakterien, auch wenn sie nicht in einer magensaftresistenten Hülle sind, und auch keine Sporen bilden, deinen Darm erreichen und dort wirken. 
Das Entscheidende für die Überlebensfähigkeit von Bakterien ist nicht die Kapsel oder die Fähigkeit, Sporen zu bilden, sondern die individuellen Eigenschaften eines Bakterienstamms. Ein Qualitätsmerkmal für hochqualitative probiotische Bakterienstämme ist eine gute Resistenz gegenüber Magensäure und Gallensalzen, um die Magen-Darm-Passage gut zu überstehen. Dies ist im jeweiligen Erbgut des Bakterienstamms codiert und unabhängig von einer magensaftresistenten Kapsel oder der Fähigkeit, Sporen zu bilden.


In den Dailybacs werden nur Bakterienstämme verwendet, die in den meisten klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit getestet wurden und dort die besten Ergebnisse erzielt haben. Generell sind nicht-sporenbildende Bakterienstämme um ein Vielfaches besser erforscht, sodass circa 4-5 mal mehr wissenschaftliche Literatur und Studien zu nicht-sporenbildende Probiotika vorhanden sind.  Wie du weißt, liegt unseren Produkten immer die wissenschaftliche Evidenz zugrunde. Denn darauf aufbauend wählen wir jeden einzelnen der Bakterienstämme und die anderen natürlichen Inhaltsstoffe, die in unsere Produkte kommen, aus. Wenn du noch einen genaueren Einblick haben möchtest, welche positiven Effekte Bifidobakterien und Lactobacillen mit sich bringen, schau gerne in diesem Artikel nach, hier haben wir auch nochmal viele wissenschaftliche Studien aufgelistet. Wichtig ist auch zu wissen, dass du nicht nur durch die Einnahme von unseren Dailybacs Bakterien aufnehmen kannst. Durch das Integrieren von fermentierten (nicht pasteurisierten) Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Kimchi, Sauerkraut oder Kombucha in deinen Alltag, kannst du gute Bakterien zu dir nehmen und deinem Körper etwas Gutes tun. 


Falls du doch noch Fragen hast, oder es Themen gibt, die dir noch nicht detailliert genug erläutert wurden, kannst du uns gerne über info@mybacs.com kontaktieren. Wir werden auch hier unser Bestes geben, um alle deine Fragen zu klären!


Quellen


D. Goossens, D. Jonkers, M. Russel, A. Thijs, A. van den Bogaard, E. Stobberingh, R. Stockbrügger, Survival of the probiotic, L. plantarum 299v and its effects on the faecal bacterial flora, with and without gastric acid inhibition, Digestive and Liver Disease, Volume 37, Issue 1, 2005, Pages 44-50, ISSN 1590-8658, https://doi.org/10.1016/j.dld.2004.07.018.

 

Tojo, Rafael, et al. "Intestinal microbiota in health and disease: role of bifidobacteria in gut homeostasis." World journal of gastroenterology (2014). https://digibuo.uniovi.es/dspace/bitstream/handle/10651/30291/15163.pdf?sequence=1

 

Derrien, M., & van Hylckama Vlieg, J. E. T. (2015). Fate, activity, and impact of ingested bacteria within the human gut microbiota. Trends in Microbiology, 23(6), 354–366  https://sci-hub.st/https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0966842X15000566


Wang, Z.-H., Gao, Q.-Y., & Fang, J.-Y. (2013). Meta-Analysis of the Efficacy and Safety of Lactobacillus-containing and Bifidobacterium-containing Probiotic Compound Preparation in Helicobacter pylori Eradication Therapy. Journal of Clinical Gastroenterology, 47(1), 25–32.
https://sci-hub.st/10.1097/mcg.0b013e318266f6cf

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