Verdauungskrankheiten - Die Formen und was es zu beachten gilt

Verdauungskrankheiten - Die Formen und was es zu beachten gilt

Ob du es glauben möchtest, oder nicht - Verdauungskrankheiten zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, mit denen Menschen heutzutage konfrontiert sind. Leider wird dieser Problematik in der Öffentlichkeit meist noch nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt oder Probleme damit als Tabuthema totgeschwiegen. Doch die Zahlen in Verbindung mit Verdauungskrankheiten zeigen deutlich, dass es wichtig ist darüber zu sprechen, denn Betroffene sind definitiv nicht allein: 


  • 60 - 70 Millionen Amerikaner leiden an chronischen Verdauungsstörungen. 
  • 2-27% der Bevölkerung leiden unter chronischer Verstopfung (abhängig von Geschlecht, Alter und Ernährung). 
  • 15% der Bevölkerung leiden unter dem Reizdarmsyndrom. 
  • Mehr als 40% der Menschen weltweit haben eine funktionelle gastrointestinale Störung (auch Störungen der Darm-Hirn-Interaktion genannt)*.
  • Verdauungskrankheiten machen 25% aller chirurgischen Eingriffe erforderlich.

Fangen wir aber nochmal ganz von Vorne an - was sind Verdauungskrankheiten überhaupt?

Grundsätzlich gehören all die Organe, die für die Aufnahme, Zerkleinerung, den Weitertransport und letztendlich der Verdauung von Lebensmitteln verantwortlich sind. In der Medizin wird hier zwischen zwei verschiedenen Bereichen unterschieden - dem oberen Verdauungstrakt, welcher aus der Mundhöhle, inklusive der Zähne, dem Rachen, der Speiseröhre und dem Magen besteht und dem unteren Verdauungstrakt, der sich aus dem Dick- und Dünndarm, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Gallenblase zusammensetzt. Nun ist es jetzt also gar nicht so einfach, all die verschiedenen Krankheitsbilder und Krankheiten im Allgemeinen in diesem kurzen Blogbeitrag zusammenzufassen, also beschäftigen wir uns hier heute mit den verbreitetsten Erkrankungen des Darms, die sogenannten CED (chronisch entzündliche Darmerkrankungen) Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. 


Morbus Crohn: 

Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt - also den ganzen Bereich von Mund bis zum After - angreifen. Meist tritt Morbus Chron jedoch in den Endabschnitten des Dünndarms auf. Die Besonderheit dieser Krankheit ist, dass sich gesunde und ungesunde Darmteile abwechseln und nicht eine Fläche konstant betroffen ist. Du kannst die das quasi wie einen “Flickenteppich” aus betroffenen und intakten Darmabschnitten vorstellen. Wenn jemand unter dieser Krankheit leidet, bedeutet das, dass an den entzündeten Bereichen alle Darmschichten befallen sind. Dies kann wiederum Abszesse (Eitereinschlüsse) oder Fisteln zur Folge haben. Ist Morbus Chron so weit fortgeschritten, dass sich Fisteln bilden, wurden durch die Entzündungen “Gänge” in die Darmwand und auch die Flächen außen herum gegraben. Außerdem kann es zu sogenannten Stenosen kommen - so werden narbige Verengungen im Darm bezeichnet. Bis heute konnte wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden, ob die genetische Zusammensetzung eine Auswirkung auf die Krankheit hat, jedoch können Einflüsse wie Körperhygiene, Ernährung und die mentale Gesundheit hierauf Einfluss haben. 


Colitis Ulcerosa: 

Übersetzt bedeutet diese chronische Darmerkrankung übrigens “Dickdarmentzündung mit Geschwüren”. Anders als bei Morbus Crohn treten Entzündungen hier nur im Dickdarm auf. Zudem ist der Darm bei Betroffenen komplett befallen und nicht wie bei Morbus Crohn “fleckenweise”. Es gibt hier also keine entzündungsfreien Abschnitte, ist die Krankheit erstmal ausgebrochen. Ein weiterer wissenswerter Punkt ist, dass Colitis Ulcerosa im Enddarm - dem Rektum beginnt und sich von dort aus oral ausbreitet. Übrigens tritt CU nur in der obersten Darmschicht auf und dringt nicht wie Morbus Crohn in tiefere Gewebeschichten ein! 


Die beiden Krankheiten haben jedoch eines gemeinsam - treten sie auf, ist die natürliche Barrierefunktion des Darms gestört. Das zieht aber einige negative Folgen mit sich, da diese dafür verantwortlich ist, krankheitserregende, schädliche Bakterien oder andere “Eindringlinge” vom Eindringen in die Darmschleimhaut abzuhalten. 

Ist die Darmbarriere nicht intakt, hat dies eine beeinträchtigte Abwehrkraft zur Folge. Dadurch können Bakterien einfacher in den Körper eindringen und systemische Entzündungsreaktionen hervorrufen - genau wie es bei den beiden zuvor erläuterten Krankheiten der Fall ist. Mit der Zeit können aus systemischen Entzündungen leider sogar chronische Entzündungen werden. Dies kann wiederum zu Symptomen führen, die auch außerhalb des Darms auftreten. Dazu gehören Entzündungen in Gelenken, Bändern, Muskeln, Haut, Augen und der Leber. Außerdem erhöht sich durch eine lang anhaltende Erkrankung des Dickdarms die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs merklich. Wenn du dich noch etwas genauer mit dem Thema befassen möchtest, kannst du unseren Blogbeitrag zu CED durchlesen, hier findest du alle Informationen, die du wissen musst!


HEALTHY HABITS FOR A CALM GUT


Sowohl bei Morbus Crohn als auch bei Colitis Ulcerosa ist die Lebensmittelauswahl und die Ernährung im allgemeinen nicht ganz einfach, denn typische Symptome wie Verdauungsbeschwerden, Stuhlunregelmäßigkeiten, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Gewichtsverlust werden direkt mit der Nahrungsaufnahme in Verbindung gebracht. Das liegt daran, dass sie meist direkt nach dem Essen auftreten. Letztendlich lässt es sich leider auch nicht wirklich verallgemeinern, welche Betroffenen was essen können und sollten. Durch häufige Durchfälle bei CED besteht allerdings häufig die Gefahr von Mangelernährung, da zugeführte Nährstoffe dadurch nicht voll in den Organismus aufgenommen werden können. Aus diesem Grund gibt es doch einige Guidelines, an die man sich zumindest grob halten kann, sobald man durch diese Ernährung keine verschlimmerten Symptome bemerkt. Letztendlich ist es hier letztendlich - wie so oft im Leben - wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören! 


Lebensmittel Do’s: 

  • Eiweißhaltige Lebensmittel: gerade durch den bei CED typischen Durchfall können viele Eiweiße verloren gehen. Hier eignen sich Fleisch, Fisch oder Geflügel. 
  • Kohlenhydrate: diese liefern Energie - Achte vor allem darauf, langkettige Kohlenhydrate aus Stärke, also Kartoffeln, Getreide und Gemüse zu dir zu nehmen. 
  • Frisch: Ernähre dich frisch und abwechslungsreich. So kannst du die Speicher von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen füllen und gefüllt halten.
  • Menge: Um deinen Darm nicht mit großen Mengen auf einmal zu überfordern, kann es hilfreich sein, mehrere kleine Mengen über den Tag verteilt zu essen.

Lebensmittel Don’ts: 

Gerade in deiner akuten Phase, solltest du vermeiden, folgende Lebensmittel zu dir zu nehmen. 

  • Fettiges Essen: Gerade chemisch aufbereitete Fette (Trans-Fettsäuren) wirken sich negativ  auf den Darm aus. 
  • Blähendes Gemüse: Dazu gehören Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Linsen, aber auch beispielsweise Kohl. 
  • Kohlensäure:  Auch kohlensäurehaltige Getränke reizen den Darm in dem sie eine Blasenbildung hervorrufen.
  • Ballaststoffe: Hier kommt es auf die Menge an, denn Ballaststoffe sind zwar sehr gesund, jedoch schwer verdaulich. Sie können den Darm also auch belasten, gerade wenn dieser eh schon gereizt ist! 
  • Säure: Säurehaltiges Obst, wie Zitronen, Orangen, Ananas oder Kiwi oder säurehaltige Lebensmittel im allgemeinen, wie Zwiebeln und Paprika solltest du unbedingt vermeiden!
  • Kohlenhydrate: Versuche, raffinierte Kohlenhydrate nicht zu dir zu nehmen. 
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