Gesunde Darmflora bei Kindern: Ein praktischer Ratgeber

Lesezeit 5 Minuten

Im Darkmode lesen Im Lightmode lesen

Gesunde Darmflora bei Kindern: Ein praktischer Ratgeber

Dr. Adrian Weingart

Gesunde Darmflora bei Kindern: Ein praktischer Ratgeber

In der komplexen Welt der Kindergesundheit steht vor allem der Darm im Mittelpunkt und beeinflusst alles von der Verdauung bis zur Immunfunktion. Die steigende Prävalenz von Darmflorastörungen und damit verbundenen Verdauungs- und Gesundheitsproblemen bei Kindern gibt Eltern jedoch zunehmend Anlass zur Sorge. In diesem Artikel befassen wir uns mit der Darmgesundheit und erklären, wie der Aufbau der Darmflora deiner Kinder einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung und Erhaltung ihres Wohlbefindens leisten kann.


Was ist eine Störung der Darmflora?

Das empfindliche Gleichgewicht der Mikroorganismen im Verdauungstrakt, das als Darmflora oder Darmmikrobiom bezeichnet wird, kann bei Kindern angegriffen sein, was zu einer Störung der Darmflora, der sogenannten Dysbiose, führt. Dieses Ungleichgewicht kann zu einer Reihe von Problemen führen, die das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.

 

Verdauungsprobleme: Verstopfung, Durchfall, Blähungen.

Eltern haben oft damit zu kämpfen, Verdauungsprobleme ihrer Kinder in den Griff zu bekommen, die von Verstopfung über Durchfall bis hin zu Blähungen reichen. Diese Probleme wirken sich nicht nur auf die körperliche Gesundheit des Kindes aus, sondern können auch die Lebensqualität beeinträchtigen.


Warum hat mein Kind eine Störung der Darmflora?

Es kann mehrere Gründe geben, warum dein Kind eine akute Dysbiose hat. Bei Kindern, die per Kaiserschnitt geboren wurden, kann die Entwicklung einer robusten Darmflora schwierig sein. Der fehlende Kontakt mit mütterlichen Bakterien während der vaginalen Geburt kann sich auf die Vielfalt und Stärke des Darmmikrobioms des Kindes auswirken.

Darüber hinaus geht es beim Stillen nicht nur um die Ernährung, sondern es spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Darmflora des Kindes. Kindern, die nicht gestillt wurden, können wichtige nützliche Bakterien fehlen, wodurch sie anfälliger für Verdauungsprobleme sind.

Außerdem können Kinder eine schlechte Darmflora von ihren Eltern erben, vor allem wenn die Eltern selbst unter Problemen mit der Darmflora leiden. In solchen Fällen ist die Unterstützung des Aufbaus einer gesunden Darmflora von größter Bedeutung. Mütter wie Väter können zum Beispiel mit den Dailybacs für Frauen und Dailybacs für Männer von mybacs dazu beitragen, dein Darmmikrobiom ins Gleichgewicht zu bringen. 

Zahlreiche andere Faktoren können zum Rückgang der nützlichen Darmbakterien bei Kindern beitragen. Von der Einnahme von Antibiotika und schlechten Ernährungsgewohnheiten bis hin zu bakteriellen Infektionen und der Vererbung einer suboptimalen Darmflora – die Herausforderungen sind vielfältig.


Wie kann ich die Darmflora meiner Kinder wieder aufbauen?

Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer: Man kann die Darmflora von Kindern aktiv aufbauen. Dieser proaktive Ansatz kann häufige Beschwerden wie schmerzhafte Blähungen, Durchfall und Verstopfung deutlich lindern und nachhaltige Wohlfühl-Routinen bei Kindern fördern.

Die Wiederherstellung der Darmflora deiner Kinder erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sich auf die Förderung eines vielfältigen und ausgewogenen Darmmikrobioms konzentriert. Im Folgenden haben wir von mybacs einige praktische Schritte zusammengefasst, um eine gesunde Darmflora bei deinen Kindern aufzubauen:

 

01 Probiotikareiche Lebensmittel:

Nimm Lebensmittel in den Speiseplan deiner Kids auf, die von Natur aus reich an Probiotika sind. Beispiele sind Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi und andere fermentierte Lebensmittel. Sie enthalten nützliche Bakterien, die dazu beitragen können, das Darmmikrobiom mit „guten“ Bakterien wieder aufzufüllen und zu diversifizieren. In unserem Artikel Probiotika – Alles was du wissen musst kannst du mehr über Probiotika erfahren.

 

02 Präbiotische Lebensmittel mit einer ballaststoffreichen Ernährung:

Präbiotika sind unverdauliche Ballaststoffe, die als Nahrung für die nützlichen Bakterien im Darm dienen. Dazu genhören Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Bananen, Spargel und Vollkornprodukte. 

Neben präbiotischen Lebensmitteln solltest du auch Ballaststoffe in den Ernährungsplan integrieren. Ballaststoffe wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte fördern das Wachstum von nützlichen Bakterien im Darm und unterstützen die allgemeine Gesundheit des Verdauungssystems. Erfahre mehr über Ballaststoffe & Präbiotika in unserem Artikel.

 

03 Reduzierter Einsatz von Antibiotika:

Antibiotika sind zwar für die Behandlung bakterieller Infektionen unerlässlich, doch kann ihr Einsatz auch das Gleichgewicht der Darmflora stören. Verwende Antibiotika nur dann, wenn sie notwendig sind und von einer medizinischen Fachkraft verschrieben werden. * Wenn deinem Kind Antibiotika verschrieben werden, solltest du die Einnahme von Probiotika während und nach der Behandlung in Betracht ziehen, um die nützlichen Bakterien wieder aufzufüllen. Wenn du mehr über den Wiederaufbau einer gesunden Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika erfahren möchten, lies am besten unseren Artikel Antibiotika - Darmflora wieder aufbauen.

 

04 Outdoor-Aktivitäten:

Der Kontakt mit der Natur, einschließlich des Spielens im Freien und des Umgangs mit Haustieren, kann deine Kinder mit einer Vielzahl von Mikroben in Kontakt bringen. Dieser Kontakt trägt zur Entwicklung und Erhaltung eines robusten Immunsystems und eines gesunden Darmmikrobioms bei.

 

05 Vaginale Geburt und Stillen:

Wenn du weitere Kinder planst, solltest du, wann immer möglich, eine vaginale Geburt in Erwägung ziehen, da das Baby so den nützlichen Bakterien der Mutter ausgesetzt ist. Außerdem liefert das Stillen wichtige Nährstoffe und Antikörper, die die Entwicklung eines gesunden Darmmikrobioms unterstützen.**

 

06 Verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel einschränken:

Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an verarbeiteten Lebensmitteln und zugesetztem Zucker kann sich negativ auf die Darmgesundheit auswirken. Reduziere die Aufnahme solcher Lebensmittel und entscheide dich für vollwertige, nährstoffreiche Optionen, die ein gesundes Darmmilieu unterstützen.

 

07 Gute Hygienepraktiken beibehalten:

Der Kontakt mit Mikroben ist zwar vorteilhaft, aber die Einhaltung guter Hygienepraktiken ist wichtig, um die Verbreitung schädlicher Krankheitserreger zu verhindern. Fördere regelmäßiges Händewaschen, insbesondere vor den Mahlzeiten, um ein Gleichgewicht zwischen der Exposition gegenüber nützlichen Mikroben und der Vermeidung von Infektionen herzustellen. In unserem Artikel Simple Hygiene - Tipps für einen sauberen Alltag kannst du ganz einfache Hygieneregeln nachlesen.

 

08 Erwäge probiotische Nahrungsergänzungsmittel:

Probiotische Nahrungsergänzungsmittel für Kinder können in bestimmten Situationen von Vorteil sein, z. B. nach einer Antibiotikabehandlung, bei spezifischen Problemen mit der Darmgesundheit und wenn du eine nachhaltige Wohlfühlroutine für deine Kinder aufbauen möchten. Die Dailybacs Kids von mybacs sind speziell für Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren entwickelt worden und enthaltenlebende Bakterienstämme, die eine ausgewogene Darmflora von Kindern fördern.

 

09 Konsultiere Expert:innen:

Wenn du dir Sorgen um die Darmgesundheit deiner Kinder machst oder wenn sie unter anhaltenden Verdauungsproblemen leiden, solltest du unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Er oder sie kann dir Ratschläge geben, die auf den Gesundheitszustand und die spezifischen Bedürfnisse deiner Kinder abgestimmt sind.

Denken daran, dass der Aufbau und die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora ein kontinuierlicher Prozess ist, und dass die konsequente Anwendung dieser Praktiken zu einer langfristigen Darmgesundheit deiner Kinder beitragen kann.

Um die Komplexität der Darmgesundheit von Kindern zu bewältigen, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich. Indem du die individuellen Probleme und Gesundheitsprobleme verstehst, kannst du als Elternteil einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Darmflora ihres Kindes leisten.


* Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wende dich bei Fragen zu dem Gesundheitszustand immer an einen Arzt:eine Ärztin oder eine:n anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister:in. Ignoriere niemals einen professionellen medizinischen Rat oder zögere nicht, ihn aufgrund der hier bereitgestellten Informationen einzuholen. Wenn du glaubst, dass du einen medizinischen Notfall hast, rufen sofort einen Arzt:eine Ärztin an. 

** Stillen und Geburt sind eine sehr persönliche und individuelle Entscheidung. Die Informationen oder Meinungen, die in diesem Zusammenhang geäußert werden, sind nicht dazu gedacht, persönliche Entscheidungen bezüglich des Stillens oder der Geburt zu beeinflussen oder zu ersetzen. Wende dich immer an medizinisches Fachpersonal, um eine auf deine spezielle Situation zugeschnittene Beratung zu erhalten.